Analytik NEWS
Das Online-Labormagazin
10.05.2024

09.10.2012

ifp und transGEN erweitern GVO-Datenbank um Screening-Tool

Teilen:


Das ifp Institut für Produktqualität hat in Kooperation mit dem Informationsportal transGEN eine erweiterte Version der seit 2005 verfügbaren Datenbank für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) veröffentlicht. Die neue Datenbank "GVO in Lebens- und Futtermitteln" enthält eine neuartige Suchfunktion nach zwölf verschiedenen Screening-Elementen, 61 neue Datensätze zu in Drittländern zugelassenen GVO incl. Screening-Informationen sowie Zulassungsinformationen aus Drittländern für alle erfassten GVO.

Das ifp, als akkreditiertes Prüflabor täglich mit den GVO-Fragestellungen der Lebens- und Futtermittelindustrie konfrontiert, stellt damit erstmals ein Tool zur Verfügung, mit dem sich molekularbiologische Screening-Ergebnisse mit einer Online-Datenbank abgleichen lassen.

Die transGEN-Datenbank gilt branchenübergreifend als die umfassendste Informationsquelle zur Gentechnik in der EU und wird gleichermaßen von der interessierten Öffentlichkeit, Nichtregierungsorganisationen sowie Vertretern aus Politik und Wirtschaft genutzt. Sie erfasst alle in der EU registrierten Zulassungen bzw. Zulassungsanträge für gentechnisch veränderte (gv) Pflanzen. Allein in der EU sind derzeit nahezu 50 verschiedene gv-Pflanzen für die Einfuhr, die Verwendung als Lebens- und Futtermittel oder zum Anbau zugelassen, etwa 60 weitere befinden sich im Zulassungsverfahren. Diese Datenbank wurde um 61 Datensätze zu in Drittländern zugelassenen GVO erweitert, für die keine EU-Zulassungsanträge, aber Informationen zu den eingeführten genetischen Elementen vorliegen. Weltweit existieren Zulassungen für insgesamt etwa 170 gv-Pflanzen (Events).

"Es ist nicht einfach, bei den GVO-Zulassungen in der EU den Überblick zu behalten. Unsere Datenbank hat da bisher schon eine Lücke geschlossen. Durch die Kooperation mit ifp können wir unser Angebot noch einmal deutlich ausweiten. Jetzt kann man auch schnell Informationen über die Zulassungssituation außerhalb der EU erhalten", sagt Gerd Spelsberg, Projektleiter bei transGEN.

Um bei der Vielzahl an gv-Pflanzen in der Lebensmittelanalytik möglichst viele GVO gleichzeitig zu erfassen, hat sich in der Routine ein unspezifisches Screening etabliert, das zunächst eine Auswahl von besonders häufig in GVO vorkommenden genetischen Elementen abdeckt. Aus den Screening-Ergebnissen werden generelle Aussagen über die An- oder Abwesenheit von GVO sowie Hinweise auf geeignete Folgeanalysen abgeleitet. Tabellen, wie sie bisher bei der Auswertung von Screening-Ergebnissen verwendet werden, beinhalten in der Regel nur eine Handvoll Screening-Elemente und sind ab einer gewissen Datenmenge unübersichtlich und umständlich in der Handhabung.

"Die umfassende Auswertung von GVO-Screenings ist nicht nur für Prüflabore ein wichtiger Aspekt bei der Beurteilung einer Probe. Auch die Lebens- und Futtermittelhersteller befassen sich intensiv mit der Bedeutung von Analyseergebnissen vor dem Hintergrund der geltenden EU-Regularien. Da eine zentrale Screening-Datenbank bislang nicht existierte, wurde vielfach der Wunsch an uns herangetragen, entsprechende Informationen in einem benutzerfreundlichen Format abrufen zu können. Bei der Umsetzung dieses Projekts in Form einer Online-Datenbank war transGEN der ideale Partner für uns", sagt Dr. Wolfgang Hauser, Leiter der GVO-Analytik des ifp Institut für Produktqualität.

Über die Suchfunktion "Nach Pflanzenart und Screening-Elementen" der neuen ifp-Datenbank lassen sich nun mit wenigen Mausklicks beliebige Kombinationen von zwölf verschiedenen genetischen Elementen abfragen - eine enorme Erleichterung bei der Auswahl molekularbiologischer Analyseergebnisse. Die Suche kann durch Auswahl der gv-Pflanzenart weiter verfeinert werden. Ein Beispiel für die Einengung der für ein positives Analyseergebnis in Frage kommenden GVO anhand der gefundenen Screening-Elemente ist nachfolgend dargestellt.

Beispiel:

Eine Sojamehlprobe wird positiv auf das Screening-Element P-35S getestet, welches sich laut ifp-Datenbank in dreizehn verschiedenen gv-Sojalinien findet. Wird zusätzlich T-NOS nachgewiesen, kommen mit der Suchoption "Ergebnisse enthalten exakt die ausgewählten Elemente" nur noch sieben Linien in Frage. Enthält die Probe darüber hinaus bar, finden sich in der Datenbank nur zwei GVO, die alle drei Screening-Elemente enthalten: W62 und W98, die nur in den USA zugelassen sind und für die in der EU noch kein Antrag vorliegt.

Sollte eine Laboranalyse eine Kombination von Screening-Elementen ergeben, die in keiner von der Datenbank erfassten gv-Pflanze vorkommt, ist dies ein Hinweis darauf, dass die Probe mehr als nur einen GVO enthält.

» Zugang zur transGEN-Datenbank

Quelle: ifp Institut für Produktqualität GmbH