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19.05.2024

17.01.2018

Leitlinie zum sicheren Arbeiten mit Nanomaterialien publiziert

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Im Dezember 2017 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine internationale Leitlinie zum Schutz von Beschäftigten vor möglichen Gesundheitsrisiken durch Nanomaterialien am Arbeitsplatz veröffentlicht.

Gemäß der WHO soll die Leitlinie politischen Entscheidungsträgern und Beschäftigten im Arbeitsschutz als Entscheidungshilfe für den besten Schutz vor möglichen Risiken von Nanomaterialien am Arbeitsplatz dienen. Die Leitlinie wurde unter Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips entwickelt. Die Best Practice-Empfehlungen zum sicheren Umgang mit hergestellten Nanomaterialien lauten: 1. Nanomaterialien nach spezifischer Toxizität gruppieren; nach faserförmig oder granulären biopersistenten Partikeln gruppieren. 2.Die Beschäftigten über die spezifischen gesundheitlichen Risiken von hergestellten Nanomaterialien informieren und weiterbilden. 3.Die Beschäftigten an allen Phasen der Risikobeurteilung beteiligen.

Für alle wichtigen Fragestellungen wurden systematische Reviews des aktuellen wissenschaftlichen Standes durchgeführt. Die Empfehlungen wurden je nach Qualität der wissenschaftlichen Datenlage als starke Empfehlungen (strong recommendations) oder Empfehlungen mit eingeschränkter Aussagekraft (conditional recommendations) eingestuft. Alle Empfehlungen stützen sich auf einen Konsens der Entwicklungsgruppe der Leitlinie. Sie beinhalten die Einschätzungen der Gesundheitsgefährdung durch hergestellte Nanomaterialien; Einschätzungen der Exposition gegenüber hergestellten Nanomaterialien; und Begrenzung der Exposition gegenüber hergestellten Nanomaterialien.

Die Entwicklungsgruppe der Leitlinie empfiehlt die Ausbildung und die Miteinbeziehung von Beschäftigten zu Fragen der Gesundheit und Sicherheit, kann aufgrund fehlender Studien jedoch keine bestimmte Form der Ausbildung und der Miteinbeziehung empfehlen. In der Richtlinie ist festgehalten: "Es werden erhebliche Fortschritte in den validierten Messmethoden und der Risikobewertung erwartet. Die Entwicklungsgruppe schlägt deshalb vor, die Richtlinie in 5 Jahren - im Jahr 2022 - zu aktualisieren."

Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)