07.01.2019

Akademiker-Gehaltsvergleich: MINT-Berufe im Mittelfeld



Akademiker verdienen gut, doch nicht alle Hochschulabsolventen erzielen automatisch hohe Einkommen. In stark nachgefragten Berufsgruppen werden in der Regel höhere Gehälter gezahlt.

Ginge es bei der Studienfachwahl allein um das Einkommen, das sich nach dem Abschluss erzielen lässt, wäre die Entscheidung für junge Leute relativ einfach: Am besten verdienen Ärzte, Ingenieure und Ökonomen. Dies ergibt eine Sonderauswertung der Beschäftigungsstatistik, die das mittlere Vollzeit-Bruttomonatsentgelt für 15 Akademikerberufe ausweist. Die höchsten Medianeinkommen erzielen demnach die Mediziner.

Fast 70 Prozent der Vollzeit arbeitenden Angestellten in Arztberufen verdienten im Jahr 2017 mehr als 5.700 Euro brutto im Monat. Wie viel mehr sie tatsächlich verdienen, beantwortet die Lohnstatistik allerdings nicht. Sie weist lediglich die Einkommen bis zur ostdeutschen Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung aus - und die lag 2017 bei monatlich 5.700 Euro.

Auch Ingenieure in der Maschinen- oder der Elektrotechnik sowie angestellte Geschäftsführer und Manager haben gute Chancen, mehr als 5.700 Euro zu verdienen. Die sonstigen naturwissenschaftlich-technischen Akademikerberufe zeigen, dass nicht jedes MINT-Studium automatisch zu einem besonders hohen Entgelt führt. Wie der Engpassindikator von 17 offenen Stellen je 100 Arbeitslosen zeigt, steht in diesen Berufen gemessen am Arbeitsmarktbedarf ein großes Arbeitskräftepotenzial zur Verfügung. Gerade Biologen konkurrieren mit vielen anderen um eine Stelle und sind oft im öffentlichen Dienst oder in Dienstleistungsbranchen beschäftigt, was sich nachteilig auf ihr Gehalt auswirkt.

Am schlechtesten bezahlt werden Akademiker, die einem sprach- oder gesellschaftswissenschaftlichen Beruf nachgehen. Insbesondere bei den Sprachwissenschaftlern liegt das nicht zuletzt an der großen Zahl der Bewerber: Hier kamen zuletzt auf 100 Arbeitslose lediglich vier offene Stellen.

Löhne im öffentlichen Dienst unflexibel

Doch nicht immer sind Angebot und Nachfrage maßgeblich. In industrienahen Berufen wirkt sich eine hohe Arbeitsmarktnachfrage positiv auf das Gehalt aus, doch im öffentlichen Dienst sind die Löhne zu unflexibel, um ausreichend auf Engpässe am Arbeitsmarkt zu reagieren.

Das zeigt sich an den Sozialarbeitern. Sie sind häufig im öffentlichen Dienst beschäftigt und ihr Medianentgelt liegt bei unterdurchschnittlichen 3.750 Euro brutto im Monat. Dabei ist die Nachfrage nach Sozialarbeitern aufgrund der Zuwanderung von Flüchtlingen zuletzt stark gestiegen: Im Jahr 2017 kamen auf 100 Arbeitslose 92 offene Stellen. Und da der Bundesagentur für Arbeit je nach Akademikerberufsgruppe nur rund jede dritte bis vierte Stelle gemeldet wird, übersteigt die Nachfrage nach Heimleitern und Streetworkern das Arbeitskräfteangebot sogar um ein Vielfaches.

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Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.