05.02.2019

Bindungsaffinität von Molekülen 100-mal schneller untersuchen als bisher



Drum prüfe, wer sich ewig bindet: Welche Moleküle sich wann und wie an andere binden, spielt bei der Entwicklung von Medikamenten eine entscheidende Rolle. Deren Wirksamkeit beruht auf der Bindungsaffinität von Molekülen. Eine neue Untersuchungsmethode der Johannes Kepler Universität Linz erlaubt es, diese Bindungsaffinität zu untersuchen - und zwar 100-mal schneller als bisher.

Dr. Yoo Jin Oh von der Abteilung für Angewandte Experimentelle Biophysik benötigt für ihre Methode lediglich Proben von 100-700 Molekülen. Bisherige Untersuchungen brauchten dafür zwischen 10.000 und 10 Mio. Moleküle. Die drastische Verringerung der benötigten Probe vereinfacht und beschleunigt die "Quantifizierung der Bindungsaffinität" enorm.

"Das heißt, wir können viel problemloser und günstiger untersuchen, wie wahrscheinlich und in welchem Ausmaß sich Stoffe aneinander binden. Die zuverlässige Einschätzung dieser Bindungsaffinität ist Grundlage für die Wirksamkeit von Medikamenten und daher enorm wichtig in Biotechnologie und Pharmakologie", so Dr. Oh.

Untersuchung im Nano-Bereich

Möglich wurde dieser Durchbruch durch eine rastersonden-mikroskopische Erkennungsmethode, die ebenfalls auf einer JKU-Technologie beruht: der Einzelmolekül-Erkennungsmethode. Damit konnte die JKU-Forscherin DNA-Proben auf einem winzigen Siliziumsubstrat (ca. 1 Milliardstel Meter) sichtbar machen.

Ihre Forschungsarbeit hat Dr. Oh nun im renommierten Journal Nano Letters unter dem Titel "Ultrasensitive und markierungsfreie Sondierung der Bindungsaffinität mittels Erkennungsbildgebung" vorgestellt. "Die Arbeit ist auch deshalb interessant, weil es spannende Forschungsgebiete wie Nanobiophysik, Biotechnologie und Molekulardiagnostik vereint und vorantreibt", beschreibt Institutsleiter Hinterdorfer den multidisziplinären Charakter des Projekts.

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Quelle: Universität Linz




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