15.03.2019

Maßnahmen zum Umgang mit Arzneimittel in der Umwelt entwickeln



Die Europäische Kommission hat ein Maßnahmenpaket zum Umgang mit den vielschichtigen Herausforderungen, die durch die Freisetzung von Arzneimitteln in die Umwelt entstehen, erstellt.

Das von der Kommission vorgestellte "Strategische Konzept bezüglich Arzneimitteln in der Umwelt" legt sechs Handlungsbereiche zu sämtlichen Stadien des Lebenszyklus von Arzneimitteln fest, in denen Verbesserungen erzielt werden können. Der Text deckt sowohl Arzneimittel für den humanmedizinischen als auch für den veterinärmedizinischen Einsatz ab.

Die Bereiche betreffen alle Stadien des Arzneimittel-Zyklus von der Entwicklung und Herstellung bis hin zur Entsorgung und Müllbeseitigung - im Einklang mit der Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen zu nachhaltigen Produkten in der Kreislaufwirtschaft.

In den sechs Bereichen werden unter anderem Maßnahmen zur Sensibilisierung und zur Förderung einer umsichtigen Nutzung, zu einer besseren Ausbildung und Risikoabschätzung, zur Sammlung von Messdaten, zur Förderung von umweltfreundlichem Design, zu geringeren Emissionen im Herstellungsprozess, Müllvermeidung und einer besseren Abwasseraufbereitung genannt.

Die Entsorgung von Arzneimitteln in der Umwelt ist für Fische und andere Lebewesen riskant, beispielsweise kann ihre Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigt oder ihr Verhalten in einer ihr Überleben gefährdenden Weise verändert werden, auch können direkte toxische Effekte den Lebewesen schaden. Zudem könnten falsche entsorgte Arzneimittel das ernstzunehmende Problem der Antibiotikaresistenz vergrößern. Ein geschärftes Bewusstsein für diese Probleme hat weitere Untersuchungen in diesem Bereich sowie Aufrufe zur Einreichung von Vorschlägen und konkrete Vorschläge nach sich gezogen, um Emissionen in die Umwelt - insbesondere in Gewässer, aber auch in Böden - zu verringern.

Die heute vorgestellte Mitteilung legt den Schwerpunkt auf den Austausch vorbildlicher Verfahren, auf die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene und auf ein besseres Verständnis der Risiken. Dies ist im Zusammenhang mit dem Kampf gegen Antibiotikaresistenzen, einem weltweit zunehmenden Problem, entscheidend. Mehrere Maßnahmen in dem strategischen Ansatz sind darauf ausgerichtet, zu den Zielen des Europäischen Aktionsplans zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen im Rahmen des Konzepts "Eine Gesundheit" beizutragen. In dem Aktionsplan wird die Notwendigkeit eines "Eine Gesundheit"-Ansatzes unterstrichen, der dem Zusammenhang zwischen der Gesundheit von Mensch und Tier und der Umwelt Rechnung trägt.

Die Kommission wird die in der Mitteilung genannten Maßnahmen verfolgen und ruft die Mitgliedstaaten und andere Interessenträger dazu auf, ebenfalls tätig zu werden.

» Strategisches Konzept

» in der Umwelt Begleitstudie: Optionen für einen strategischen Ansatz zu Arzneimitteln in der Umwelt

Quelle: EU Kommission




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