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10.02.2017

Software zur Steuerung einer chemischen Apparatur ausgezeichnet



Mit einem Wettbewerb will die Univention GmbH aus Bremen die Verbreitung von Open-Source-Software vorantreiben. Das Unternehmen zeichnet darum Abschlussarbeiten aus, die freie Software für professionelle Anwender attraktiver machen. Für den Wettbewerb wurden Arbeiten aus mehreren Disziplinen eingereicht. Für 2016 geht der erste Preis an Matthias Kastner von der Uni Würzburg. Hier macht der 32jährige derzeit seine Doktorarbeit im Team von Professor Tobias Hertel (Physikalische Chemie).

Chemische Dampfabscheidung wird gesteuert

Kastner hat die Wettbewerbsjury mit einer Software überzeugt, die er im Rahmen seiner Masterarbeit entwickelt hat: Damit lässt sich eine chemische Dampfabscheidungsapparatur mit Hilfe eines Mikrokontrollers steuern. Die chemische Dampfabscheidung wird in Hertels Arbeitskreis zur Synthese von Kohlenstoffnanoröhren mit extrem hoher Qualität verwendet. Diese halbleitenden Nanoröhren haben so spezielle Eigenschaften, dass sie für viele Anwendungen in Frage kommen, beispielsweise für Transistoren oder für flexible und selbstleuchtende Displays.

"Will man Nanoröhren aus Kohlenstoff in sehr hoher Qualität herstellen, ist die Kontrolle der Prozessparameter von entscheidender Bedeutung", erklärt Kastner. Diese Art der Verfahrenskontrolle sei generell in der Materialwissenschaft sehr wichtig. Gut denkbar also, dass Kastners Software auch außerhalb der Nanotechnologie zum Einsatz kommt.

Software für die Forschung frei verfügbar

Den Quelltext seiner Software hat der Doktorand frei zugänglich als Open Source veröffentlicht. Das ist ihm ein großes Anliegen: "Die OECD hat erst 2016 in ihrem Ausblick zu Wissenschaft und Technologie darauf hingewiesen, dass das Teilen und der freie Austausch von Daten und Technologie in der Forschung zu einer effizienteren Verwendung öffentlicher Gelder führen könnte."

Werdegang des Preisträgers

Matthias Kastner wurde in Würzburg geboren und wuchs im schwäbischen Dillingen an der Donau auf. Er studierte Physik und Chemie in Dresden und Würzburg; seit 2014 ist er Doktorand am Lehrstuhl für Physikalische Chemie II. Zudem arbeitet er seit 2015 in der Firma byte-physics an Projekten aus dem Grenzbereich zwischen Physik und Informatik. Auch bei dieser Arbeit werden teilweise Projekte als freie Software veröffentlicht.

—> Der Software-Quelltext als Open Source

Quelle: Universität Würzburg




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