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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

07.02.2017

Projektstart: Eintrag von Röntgenkontrastmitteln in die Ruhr minimieren



Die zuverlässige Versorgung mit sauberem Trinkwasser, wie wir sie in Deutschland gewohnt sind, ist ein großes Privileg. Mit dem Pilotprojekt MERK'MAL Ruhr startet in Mülheim an der Ruhr ein Pilotprojekt mit den Zielen, den Eintrag von Röntgenkontrastmitteln durch den Menschen zu reduzieren und die hohe Wasserqualität der Ruhr weiter zu verbessern.

Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Forschungsprojekt "Minimierung von Röntgenkontrastmitteln im Einzugsgebiet der Ruhr" mit dem Kurztitel MERK'MAL Ruhr wird unter Federführung des IWW Zentrum Wasser in Kooperation mit dem Institut für Energie- und Umwelttechnik e.V. (IUTA) und der IKU GmbH durchgeführt. Schirmherr des Projekts ist der Mülheimer Oberbürgermeister Ulrich Scholten.

Vor vielen radiologischen Untersuchungen, wie der Computertomografie, nimmt der Patient Röntgenkontrastmittel (RKM) ein. Diese RKM werden von den Patienten nach der Untersuchung überwiegend mit dem Urin wieder ausgeschieden. Die Substanzen gelangen so mit dem Abwasser in die Kläranlagen. Da sie nur schwer biologisch abbaubar sind, werden sie nur unzureichend aus dem Wasser entfernt. Das Gros der eingesetzten RKM gelangt ins Oberflächenwasser und schließlich ins Trinkwasser.

Ein Ansatz, diesen Kreislauf zu durchbrechen, besteht in der Eintragsvermeidung. In Mülheim an der Ruhr wurde dazu durch das IWW Zentrum Wasser in Zusammenarbeit mit der RWW und den Partnern Ruhrverband, Emschergenossenschaft/Lippeverband und Mitgliedsunternehmen der AWWR ein Pilotvorhaben initiiert. Das Hauptziel des Vorhabens MERK'MAL Ruhr ist die Etablierung eines Konzepts zur Entfernung von RKM aus dem Wasserkreislauf, bevor sie in die Umwelt gelangen. Über das medizinische Personal radiologischer Kliniken und Praxen werden die betroffenen Patienten mit Urinbeuteln versorgt, in denen durch ein spezielles Sorptionsmittel der Urin zu einer gelartigen Masse verfestigt wird. Der so fixierte Urin mit RKM kann in fester Form gesammelt und über den Hausmüll entsorgt oder anderen Recyclingverfahren zugeführt werden, die zu keiner Gewässerbelastung führen.

Wichtige Partner für den Erfolg des Vorhabens sind die das Evangelische Krankenhaus, die Radiologische Gemeinschaftspraxis Mülheim sowie das St. Marien-Hospital in Mülheim an der Ruhr, die sich an der Sammlungsphase beteiligen und das Projekt unterstützen. Das Projekt wird intensiv wissenschaftlich begleitet durch die beteiligten Institute IWW und IUTA. Eine Erfolgskontrolle erfolgt sowohl analytisch durch Messungen im Abwassersystem als auch durch eine Evaluation der Patientenbeteiligung anhand von Fragebögen. Zur Sicherung der größtmöglichen Teilnahmebereitschaft begleitet eine professionelle Kommunikationsinitiative das Projekt.

Eine ökonomische Bewertung und die Entwicklung von Kostenübernahmemodellen sind für den langfristigen Erfolg des Vermeidungskonzepts entscheidend und werden daher ebenfalls entwickelt.

Im Erfolgsfall wird im Anschluss ein regionaler Roll-out vorbereitet, bei dem der Vermeidungsansatz auf das Einzugsgebiet der Ruhr ausgedehnt werden soll. Das Mülheimer Projekt könnte die Blaupause für neue Ansätze zur Verhinderung des Eintrags von Stoffen in den Wasserkreislauf liefern. Es leistet einen wertvollen Beitrag zum Schutz der kostbaren Ressource Wasser im Ruhrgebiet.

Auf der Projektwebseite werden ab März 2017 Neuigkeiten rund um das Projekt veröffentlicht.

—> Webseite des Projektes (ab März 2017)

Quelle: IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasserforschung gemeinnützige GmbH


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