20.09.2017

Auszeichnung für Algorithmen zur Vorhersage der Zellentwicklung



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Der Erwin-Schrödinger-Preis 2017 geht an Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München, der ETH Zürich, der Technischen Universität München (TUM) und des EMBL-EBI Hinxton. Das interdisziplinäre Forscherteam hat gezeigt, wie sich aus Daten einzelner Blutzellen deren weitere Entwicklung berechnen lässt. Der Erwin-Schrödinger-Preis ist der Wissenschaftspreis des Stifterverbandes und mit 50.000 Euro dotiert.

Die Preisträger sind Prof. Dr. Dr. Fabian Theis, Direktor des Institute of Computational Biology (ICB) am Helmholtz Zentrum München und Professor TUM, Prof. Dr. Timm Schroeder vom Department für Biosysteme der ETH Zürich in Basel und ehemals Helmholtz Zentrum München sowie Dr. Carsten Marr (ICB) und Dr. Laleh Haghverdi (EMBL-EBI Hinxton, ehemals ICB).

Das Forscherteam hat mehrere Methoden entwickelt, um Zellpopulationen differenzierter zu beschreiben. Damit können sie unter anderem vorhersagen, wie sich einzelne Blutzellen entwickeln und erklären, warum sie das tun. Diese Erkenntnisse der grundlegenden Zellforschung erleichtern es beispielsweise, Autoimmunerkrankungen oder Leukämien besser zu verstehen und künftig optimal behandeln zu können.

Dafür arbeitete das Team mit großen Datenmengen aus der zeitaufgelösten Einzelzellmikroskopie, mit genomischen oder proteomischen Daten einzelner Zellen sowie mit Algorithmen und Methoden aus der Mathematik und dem maschinellen Lernen.

Für diesen interdisziplinären Ansatz erhielten Haghverdi, Marr, Schroeder und Theis auf der Jahrestagung der Helmholtz-Gemeinschaft den Erwin-Schrödinger-Preis 2017: "Mit dem Wissenschaftspreis des Stifterverbandes zeichnen wir jedes Jahr ein Forscherteam aus, das unterschiedliche Fachdisziplinen verbindet", sagt Andreas Barner, Präsident des Stifterverbandes. "Den diesjährigen Preisträgern ist mit ihrem großartigen Ansatz der Einzelzell-Datenanalyse ein Durchbruch in der Stammzellenforschung gelungen."

"Ich gratuliere den vier Preisträgern herzlich. Ihr interdisziplinärer Ansatz ermöglicht dank der Analyse enormer Datenmengen faszinierende Einblicke in den Aufbau und die Funktionsweise von Zellen", sagt Otmar D. Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. "Diese exzellente Grundlagenforschung wird viele konkrete Anwendungsmöglichkeiten in der Medizin finden, etwa für Diabetespatienten. Genau das ist es, was systemisch ausgerichtete Helmholtz-Forschung auszeichnet."

Bereits jetzt geben die Erkenntnisse des ausgezeichneten Forscherteams spektakuläre Einblicke in die dynamische Heterogenität von einzelnen Blutzellen. "Unsere Arbeit liefert auch wichtige Grundlagen für den Human Cell Atlas", ergänzt Theis. Bei diesem internationalen Projekt sollen Informationen über alle menschlichen Zellen zusammengestellt werden.

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Quelle: Helmholtz-Zentrum München (HZM)



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