27.01.2017

Neue Erkenntnisse zur molekularen Rotations-Schwingungsbewegung von CH5+



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Ein zentraler Begriff in der Chemie ist die Molekülstruktur. Man stellt sich normalerweise vor, dass ein Molekül eine wohldefinierte Struktur besitzt, die mittels Bällen und Stöcken in einem Modell darstellbar ist. In den letzten Jahren wurde jedoch deutlich, dass Moleküle existieren, die extrem flexibel sind: "Die Kerne des Moleküls bewegen sich fast frei relativ zu einander und die Vorstellung eines Ball-und-Stock Modells wird sinnlos", erklärt der Wuppertaler Chemiker Prof. Per Jensen, Ph.D..

Auf ein extrem flexibles Molekül ist auch die herkömmliche Theorie zur Beschreibung der molekularen Rotations-Schwingungsbewegung nicht anwendbar. Prof. Jensen hat jetzt gemeinsam mit Forschern der Universität Köln einen innovativen Beitrag zum Thema veröffentlicht.

Das bestbekannte Beispiel eines extrem flexiblen Moleküls ist das sogenannte "protonierte Methan CH5+". Da dieses Molekül bei der Erforschung des Weltraums eine wichtige Rolle spielt, ist das Verständnis seines Spektrums ein sehr wichtiges Problem in der theoretischen Spektroskopie und der Molekülphysik geworden. Ein wesentlicher Fortschritt in diesem Zusammenhang kam von Prof. Dr. Stephan Schlemmer und seiner Gruppe an der Universität zu Köln: Sie beobachteten hochaufgelöste Spektren von CH5+ und machten eine erste, statistische Analyse dieser Spektren.

Ein weiterer, wesentlicher Fortschritt fand im Rahmen einer Kölner Doktorarbeit statt. Die Dissertation von Hanno Schmiedt wurde gemeinsam von Prof. Schlemmer und Prof. Jensen betreut. "Diese Arbeit hat einen innovativen und vielversprechenden Zugang zum Rotations-Schwingungs-Problem im Ion CH5+", betont Prof. Per Jensen.

» Originalpublikation 1

» Originalpublikation 2

Quelle: Universität Wuppertal



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