07.07.2017

Morphin ohne Nebenwirkungen



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Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und der Charité - Universitätsmedizin Berlin am Campus Benjamin Franklin haben eine neue Klasse von Schmerzmedikamenten entwickelt. Mittels neuartiger chemischer Synthesemethoden wurde das konventionelle Schmerzmedikament Morphin an Trägermoleküle, sogenannte Nanocarrier, gekoppelt. Diese Bindung wird nur im Zielgewebe gelöst, im entzündeten Milieu bei Verletzungen, so dass Morphin keine Nebenwirkungen in gesunden Geweben wie im Gehirn oder in der Darmwand nach sich ziehen kann.

Opioide sind starke schmerzstillende Substanzen. Sie werden insbesondere bei Schmerzen durch Gewebeverletzungen und Entzündungen eingesetzt, beispielsweise nach Operationen, bei Arthritis oder bei Tumorerkrankungen. Häufige, zum Teil gefährliche Nebenwirkungen sind Benommenheit, Übelkeit, Verstopfung oder sogar Atemstillstand. Durch innovative chemische Synthesemethoden, die von Wissenschaftler in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Rainer Haag am Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität erarbeitet wurden, konnte das Forscherteam eine neue Klasse von Molekülen entwickeln. In der Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Christoph Stein am Institut für Anästhesie und Intensivmedizin der Charité - Universitätsmedizin Berlin konnte für das neuentwickelte Polymerkonjugat "Polyglycerol-Morphin" eine Schmerzstillung ausschließlich im entzündeten Gewebe nachgewiesen und damit das Risiko bedrohlicher Nebenwirkungen ausgeschaltet werden.

Das Forschungsprojekt wurde über die Fokus Area Nanoscale der Freien Universität und das Helmholtz virtuelle Institut für multifunktionale Biomaterialien gefördert. Die Firma DendroPharm, einer Ausgründung aus der Freien Universität, plant die Entwicklung von Medikamenten für die Human- und Tiermedizin, die auf der neuen Technik basieren.

» Originalpublikation

Quelle: Freie Universität Berlin



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