01.11.2016

Projekt zu Bildgebung im Nanometer-Bereich gefördert



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Dr. Ivana Nikic vom Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) der Universität Tübingen hat sich erfolgreich um eine Nachwuchsgruppe im Rahmen des Emmy Noether-Programms der DFG beworben. Sie wird die Fördersumme von 1,3 Millionen Euro über fünf Jahre verwenden, um ihre Forschungen zur Bildgebung entzündlicher Erkrankungen des Zentralnervensystems im Nanometer-Bereich voranzutreiben.

Super Resolution Microscopy (Ultrahochauflösende Bildgebung; SRM) ist eines der vielversprechendsten Felder in der modernen Molekularbiologie. Sie erlaubt Aufnahmen im Nanometer-Bereich, z.B. Bilder von einzelnen Molekülen. Damit ist ihr Potenzial zwar noch schwer zu beziffern, aber mit Sicherheit gewaltig. Die Entwicklung der SRM brachte ihren Erfindern Eric Betzig, William E. Moerner und Stefan Hell 2014 den Nobelpreis für Chemie ein. Nun konnte die Universität Tübingen eine Nachwuchswissenschaftlerin gewinnen, die SRM mit modernen biochemischen Techniken zur Markierung von Proteinen (Protein-Labeling) verbindet, um entzündliche Erkrankungen des Zentralnervensystems - beispielsweise Multiple Sklerose (MS) - besser zu verstehen: Dr. Ivana Nikic, zuletzt am EMBL in Heidelberg, nun ein Mitglied des CIN, Exzellenzcluster der Universität Tübingen.

Nikic baut derzeit ihr Labor in Tübingen auf. Am CIN wurde gerade ein Mikroskop installiert, das in der Lage ist, Bilder mit "super"-hohen Auflösungen um 20 Nanometer zu erzeugen, ein N-STORM von Nikon. Auch sonst hat die Nachwuchsgruppenleiterin noch nicht alle Ausrüstung und all ihr Personal beisammen. Mit der Fördersumme von 1,3 Millionen Euro durch das Emmy Noether-Programm wird sie weitere Laborausstattung und Personal finanzieren.

Nikic hat nun vor, ihre Forschungen auf dem Gebiet der Axonschädigung bei neuroentzündlichen Erkrankungen voranzutreiben. Axone sind lange Fortsätze von Nervenzellen, über die diese mit anderen Nervenzellen kommunizieren und weit voneinander entfernt liegende Hirnbereiche verbinden. Axone sind sehr anfällig für Angriffe von Immunzellen beim Auftreten einer entzündlichen Erkrankung im Zentralnervensystem wie beispielsweise MS, wodurch Hirnfunktionen teils massiv beeinträchtigt werden. Ivana Nikic wird sich auf eine von ihr entdeckte Form neuroentzündlichen Axonschadens konzentrieren, die Fokale Axonale Degeneration (FAD). Da FAD in frühen Stadien bis zu einem gewissen Grade reversibel ist, knüpft sich an die Erforschung ihrer Mechanismen auf der molekularen Ebene die Hoffnung, diese und andere Formen neuroentzündlichen Axonschadens bekämpfen zu können.

Mehr und tiefergehende Forschung zu wenig verstandenen neuroentzündlichen Erkrankungen wie MS ist dringend geboten. Es ist daher sehr zu begrüßen, dass eine junge Biologin, die dieses Feld bearbeitet, von der DFG bei der Mittelvergabe berücksichtigt wird. In Anbetracht der strengen Kriterien für die Antragstellung und der hohen Ablehnungsquote (ca. 80% laut DFG) stellt die gelungene Einwerbung einen beachtlichen Erfolg dar.

Ivana Nikic selbst bleibt gelassen: "Natürlich freue ich mich riesig, es ist eine große Ehre für mich und eine großartige Gelegenheit! Ich will meine Arbeitsgruppe auf den Weg bringen, und das Emmy Noether-Programm gibt mir dabei große finanzielle Freiheiten. Dafür bin ich extrem dankbar. Jetzt ist es Zeit, an die Arbeit zu gehen."

Quelle: Universität Tübingen



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