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06.10.2016

Neuer Reaktionsweg zur Lacton-Herstellung


Eine neue chemische Reaktion zu entdecken, das ist zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen der Universität Oldenburg gelungen. Doktorandin Irina Geibel und Studentin Anna Dierks entdeckten einen bisher unbekannten Weg, Lactone herzustellen. Diese auch natürlich vorkommenden chemischen Verbindungen sind unter anderem wichtig für die Entwicklung neuer Medikamente.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Chemikerinnen kürzlich in der international renommierten Fachzeitschrift "The Journal of Organic Chemistry". Betreut werden Geibel und Dierks von dem Oldenburger Wissenschaftler Prof. Dr. Jens Christoffers, Hochschullehrer für Chemie. "Es ist ein sehr seltenes Ereignis, dass heutzutage noch neue chemische Reaktionen entdeckt werden. Es ist der großen Beobachtungsgabe der beiden Mitarbeiterinnen zu verdanken, dass dies im Rahmen einer Doktorarbeit gelungen ist", so Christoffers.

Irina Geibel machte die Entdeckung im Rahmen ihrer Doktorarbeit eher zufällig, als sie am Institut für Chemie an einem Cer-Katalysator für die Verknüpfung einzelner chemischer Bausteine zu wertvollen Produkten forschte. Das Besondere: Im Gegensatz zu anderen Verfahren fallen hier keine größeren Mengen unangenehmen Abfalls an. Bei ihrer Arbeit beobachtete Geibel die neue Reaktion, die das Lacton bildete. Lactone sind eine bedeutende Klasse von chemischen Verbindungen, die als natürlicher Bestandteil in Lebensmitteln vorkommen, beispielsweise verschiedenen Obstsorten ihr Aroma verleihen, aber auch in der Pharmazie eine wichtige Rolle spielen. Chemiestudentin Anna Dierks optimierte die Reaktion für ihre Bachelorarbeit unter der Betreuung von Geibel deshalb so, dass das Lacton als Hauptprodukt entstand. Der Oldenburger Kristallograph Dr. Marc Schmidtmann unterstütze sie dabei, die Struktur der hergestellten Produkte zu ermitteln.

Die Besonderheit der neu entdeckten Reaktion ist, dass neben der Verknüpfung zweier Kohlenstoffatome ein Sauerstoffatom aus der Luft eingebaut wird, so dass ein Lacton als Produkt entsteht. Die neue Reaktion könnte eine große Rolle für die Entwicklung neuer, wirksamerer Medikamente spielen, weshalb die Wissenschaftlerinnen nun genau analysieren und herausfinden wollen, wie diese im Detail funktioniert.

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Quelle: Universität Oldenburg




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