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14.09.2016

Life Science Award 2016 für elektronenmikroskopische Untersuchungen von Flüssigkeiten


Professor Niels de Jonge wird von der European Microscopy Society (EMS) für seine aktuelle Forschung im Bereich Elektronenmikroskopie von Proben in Flüssigkeit geehrt. Auf der European Microscopy Conference 2016 nimmt er heute in Lyon, Frankreich, den mit 3000 Euro dotierten Life Science Award entgegen. Diesen Preis vergibt die EMS alle vier Jahre an Wissenschaftler, die mit Ergebnissen von besonderer Qualität und Originalität im gesamten Mikroskopiebereich überzeugen.

Die von de Jonge entwickelte Elektronenmikroskopie-Technik "Liquid-STEM" wird in der Chemie, den Materialwissenschaften und der Biologie verwendet, um Proben mit räumlicher Auflösung im Nanometerbereich abzubilden. Damit lassen sich zum Beispiel Prozesse an Batterie-Elektroden in flüssigen Elektrolyten, Nanopartikelwachstum in Flüssigkeit oder Eiweißkomplexe in ganzen Zellen in ihrer natürlichen wässrigen Umgebung untersuchen.

Der Biophyisker wurde zum zweiten Mal für seine Elektronenmikroskopie-Technik ausgezeichnet. Er erhielt bereits im April in den USA den Innovation in Materials Characterization Award der Materials Research Society.

STEM bedeutet "Scanning Transmission Electron Microscopy" und ist ein Verfahren, bei dem mit einem Elektronenstrahl dünne Schichten "durchleuchtet" (transmission) und im Rasterverfahren (scanning) abgebildet werden. Liquid STEM bezieht sich auf die Anwendung des STEM- Verfahrens für Proben in Flüssigkeit.

"Wir benutzen dieses neue Mikroskopieverfahren, um zum Beispiel Brustkrebszellen zu untersuchen und neue Einsichten zu bekommen, die zur Verbesserung von Medikamenten führen können. Zudem untersuchen wir Vorgänge an Calciumkanälen in Zellmembranen. Diese spielen eine wichtige Rolle bei der Weiterleitung von Botenstoffen in die Zelle", sagt der Elektronenmikroskopie-Experte.

Professor de Jonge leitet seit Januar 2012 den Programmbereich Innovative Elektronenmikroskopie am INM. Seit 2013 ist er außerdem Honorarprofessor für Experimentalphysik an der Universität des Saarlandes. Davor war er Assistant Professor Biophysik an der Vanderbilt University School of Medicine, Nashville, Tennessee, USA. Er hat in Amsterdam, Niederlande, Experimentalphysik studiert und 1999 in Biophysik an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg promoviert.

Quelle: Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM)




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