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19.08.2016

Bakterien als Biosprit-Fabriken


Sonne, Salzwasser und Kohlendioxid - mehr brauchen die Cyanobakterien der Firma Algenol Biofuels nicht, um Ethanol herzustellen. Und dabei sind sie wesentlich effektiver als andere Biokraftstoff-Lieferanten. Die erste Pilotanlage läuft bereits.

Sie hängen in dichten Reihen, Tausende durchsichtige Plastikmatten, die an breite Luftmatratzen erinnern. Jede ist mit etwa 50 Liter Salzwasser gefüllt. Darin leben die kleinsten Sprit-Lieferanten der Welt - Cyanobakterien. Sie brauchen nicht mehr als Sonnenlicht und Kohlenstoffdioxid, um daraus Ethanol herzustellen. Das kann als Benzinbeimischung direkt in den Tank wandern. "Unsere Bakterien sind kleine Ethanol-Fabriken", sagt Alexandra Friedrich von der Algenol Biofuels Germany GmbH. Die Firma gehört zur Algenol-Gruppe mit Hauptsitz in Florida. Hier wird derzeit eine Pilotanlage aufgebaut. Künftig soll sie sich auf einer Fläche von 14,6 Hektar erstrecken, das entspricht mehr als 20 Fußballfeldern.

Cyanobakterien betreiben ebenso wie Pflanzen Photosynthese. Das heißt, sie nutzen Sonnenenergie und CO2, um daraus Zucker herzustellen, den sie für ihr Wachstum benötigen. "Wir haben die Bakterien so verändert, dass sie aus ihrem normalen Stoffwechsel einiges von dem fixierten Kohlenstoff abzweigen und daraus Biokraftstoff herstellen", sagt Friedrich. "Unser Ziel ist eine möglichst große Ethanol-Ausbeute, so dass wir eine wirtschaftliche Kraftstoff-Produktion erreichen können." Die Forscher haben dafür im Labor nach den höchstproduktiven und stabilsten Exemplaren gesucht.

"Bis zu zehnfach höherer Ertrag als Zuckerrohr"

In der Pilotanlage im Süden der USA finden die Bakterien optimale Bedingungen vor. "Für die Treibstoff-Herstellung brauchen Cyanobakterien viel Sonne", erklärt Friedrich. "Eine ganzjährige Produktion wäre in Deutschland daher undenkbar." Im Gegensatz zu anderen Biokraftstoff-Lieferanten sind die kleinen Organismen wesentlich genügsamer. Wer Treibstoff aus Pflanzen wie Raps oder Zuckerrohr gewinnen will, benötigt dafür große Ackerflächen, die somit für die Nahrungsmittel-Produktion verloren gehen. Zudem verbrauchen Energiepflanzen große Mengen an Trinkwasser. Die Cyanobakterien von Algenol sind außerdem wesentlich effektiver als Energiepflanzen

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)




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