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03.08.2016

MicroVials aus Thüringen übernimmt insolvente Altenfelder Glastechnik


Die MicroVials GmbH aus Thüringen übernimmt zum 1. August die Vermögenswerte der insolventen Altenfelder Glastechnik GmbH. Einen entsprechenden Kaufvertrag hat Volker Reinhardt, Insolvenzverwalter der Altenfelder Glastechnik, mit den Verantwortlichen von MicroVials unterzeichnet. Über Vertragsdetails wie den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die ebenfalls in der Glasbranche tätige MicroVials übernimmt den Standort in Altenfeld sowie die Mehrzahl der Arbeitsplätze. "Wir haben mit MicroVials einen Investor gefunden, der ideal zur Altenfelder Glastechnik passt", sagt Insolvenzverwalter Reinhardt. Das Unternehmen aus Thüringen sei gut aufgestellt und kenne die Branche. "Die Altenfelder Glastechnik hat echte Perspektiven zur nachhaltigen Gesundung und gute Chancen im Markt", sagt Reinhardt.

Entscheidend für den Erfolg war, dass es Reinhardt gelang, während der neun Monate im eröffneten Insolvenzverfahren den Geschäftsbetrieb voll umfänglich aufrecht zu erhalten und das Produktions-Know-how im Unternehmen zu halten. "Uns gelang es in der Zeit sogar, die Umsätze zu steigern", sagt Reinhardt. Diese Entwicklung überzeugte wohl auch die interessierten Investoren davon, dass zusätzliches Potenzial in dem Unternehmen aus Altenfeld steckt.

Aufgrund des erfolgreichen Verkaufs und durch den erzielten Kaufpreis geht Insolvenzverwalter Reinhardt davon aus, dass er den Gläubigern der Altenfelder Glastechnik eine überdurchschnittliche Quote auf berechtigte Ansprüche zahlen kann. "Die genaue Quote steht noch nicht fest, da noch verschiedene Prozesse abgeschlossen werden müssen, ich gehe aber davon aus, dass sie in einem mittleren / zweistelligen Prozentbereich liegen dürfte", sagt Reinhardt.

Hintergrund

Nach einem Gesellschafterstreit musste die Altenfelder Glastechnik GmbH im August 2015 Insolvenzantrag stellen. Das Amtsgericht Erfurt bestellte daraufhin den Rechtsanwalt und Sanierungsexperten Volker Reinhardt als Insolvenzverwalter. Reinhardt erkannte, dass für den Standorterhalt der Einstieg eines geeigneten Investors erforderlich war. Er führte mit 12 Interessenten Verkaufsverhandlungen.

Dabei stellte sich schnell heraus, dass alle Interessenten nicht ohne das Know-how des ehemaligen Geschäftsführers auskommen konnten. Aus dem Kreis der Interessenten entschied sich Reinhardt für das Fortführungskonzept einer Firma aus Südthüringen, die den Geschäftsbetrieb der Schuldnerin bereits seit längerem aus der Lieferantenbeziehung heraus kannte. Nach neun Monaten wurde nunmehr ein Asset-Deal-Vertrag mit der Erwerberin abgeschlossen.

Altenfelder Glastechnik GmbH

Die Altenfelder Glastechnik GmbH entwickelt, produziert und vertreibt Glasartikel aller Art. Dabei ist das Unternehmen spezialisiert auf Glasprodukte, die als Chromatographie-Zubehör dienen. Hier handelt es sich um Nischenprodukte für den Einsatz in der Pharma-, Bio- und Chemieindustrie, die im Herstellungsprozess ein sehr hohes Know-how und große Erfahrung erfordern.

Das Unternehmen wurde im Jahr 2002 von zwei Gesellschaftern gegründet. Dabei fungierte der eine Gesellschafter im Wesentlichen als Geldgeber und konnte gleichzeitig mit den Aufträgen seiner Firma zunächst nahezu alleine für die Auslastung der Schuldnerin sorgen. Der andere Gesellschafter und Geschäftsführer war für die Produktion der Glasartikel zuständig.

Als der Hauptauftraggeber absprang und der zwischenzeitlich ausgeschiedene geldgebende Gesellschafter hohe Forderungen gegen die Gesellschaft fällig stellte, sah sich der verbliebene Geschäftsführer und Gesellschafter gezwungen, einen Insolvenzantrag zu stellen. Das Unternehmen erwirtschaftete zuletzt mit 14 Beschäftigten einen Jahresumsatz von 600.000 Euro.

Quelle: REINHARDT & KOLLEGEN Rechtsanwälte und Insolvenzverwalter GmbH


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