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06.06.2016

Dreidimensionale Struktur mit Fähigkeit zur Doppelbrechung von Licht entdeckt


Wissenschaftler der Universität Leipzig haben in Zusammenarbeit mit Kollegen der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg und der Staatlichen Universität für Informationstechnologien, Mechanik und Optik (ITMO) in St. Petersburg eine ganz neue Eigenschaft einer chemischen Verbindungsklasse entdeckt. "Neben interessanten magnetischen Eigenschaften zeichnen sich Kristalle dieser Verbindung auch durch sogenannte Doppelbrechung aus", erklärt Prof. Dr. Evamarie Hey-Hawkins, Chemikerin der Universität Leipzig und Leiterin der Arbeitsgruppe, die die neue Verbindung synthetisiert und strukturell charakterisiert hat.

Doppelbrechung ist ein Phänomen, bei dem das einfallende Licht in zwei Komponenten zerlegt wird die unterschiedlich stark gebrochen werden, sodass bei geeigneter Blickrichtung zwei Bilder zu sehen sind. Sie findet beispielsweise Anwendung in Polarisatoren. Diese Bauteile können als Filter für bestimmte polarisierte elektromagnetische Wellen dienen. Sogenannte Polarisationsgläser, die den gleichen Effekt haben, werden unter anderem auch in einigen Sonnenbrillen verwendet.

In ihrer Publikation beschreiben die Chemiker erstmals die Beobachtung von Doppelbrechung bei einer porösen Koordinationsverbindung. "Durch detaillierte Analyse der dreidimensionalen Struktur dieser Verbindung, den Gerüstaufbau und die Hohlräume, geben wir eine plausible Erklärung für das Phänomen der Doppelbrechung. Dadurch könnten sich auch ganz neue Möglichkeiten im Bereich der Nanophotonik eröffnen", sagt Hey-Hawkins. Die Nanophotonik befasst sich mit Grundlagen und Anwendungen von optischen Verfahren und Technologien auf die Übertragung, Speicherung und Verarbeitung von Information.

Die seit fünf Jahren bestehende Kooperation zwischen der Gruppe von Prof. Alexandr Vinogradov von der ITMO Universität in St. Petersburg und Prof. Hey-Hawkins hat bereits zu mehreren hochrangigen Publikationen geführt. Im Mai und Juni kommen zwei Doktoranden aus St. Petersburg im Rahmen des "Erasmus+"-Programms für jeweils drei Monate an die Universität Leipzig, um im Arbeitskreis von Prof. Hey-Hawkins zu forschen. Der renommierten Chemikerin der Universität Leipzig wurde erst kürzlich die Ehrendoktorwürde der Ss. Cyril and Methodius Universität in Skopje, Mazedonien, verliehen. Damit wurden ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen, aber auch ihr umfangreiches Engagement in internationalen Kooperationen, speziell mit der Ss. Cyril and Methodius Universität, gewürdigt.

—> Originalpublikation

Quelle: Universität Leipzig




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