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30.05.2016

Neue Methode zur Analyse von Biofilmen und Mikroplastik


Biofilme sind komplexe Lebensgemeinschaften aus Mikroorganismen und bestehen unter anderem aus Bakterien oder Algen. Sie übernehmen in aquatischen Ökosystemen, etwa als Nahrungsgrundlage, essenzielle Funktionen. Auch bei der Abwasserreinigung oder der Produktion von Biotreibstoffen spielen sie eine wichtige Rolle. Biofilme reagieren empfindlich gegenüber Umweltveränderungen und eignen sich deshalb als Bioindikatoren. So wird die Wasserqualität von Flüssen zum Beispiel mit dem Vorkommen und der Artenzusammensetzung von Kieselalgen beurteilt. Dies braucht entsprechendes Fachwissen und Zeit.

Umwelttoxikologen der Eawag haben nun eine Methode entwickelt, mit der die Struktur und die Veränderungen von Biofilmen einfach und schnell bestimmt werden können. Dazu kombinierten sie die in der Trinkwasseranalyse angewandte Durchflusszytometrie mit einem Visualisierungsverfahren, mit dem sich vieldimensionale Daten auswerten lassen. Dieses wird in der Medizin zur Untersuchung von Blutzellen eingesetzt.

Mit der neuen Methode lässt sich die mikrobielle Zusammensetzung von Biofilmen bestimmen, z.B. Populationen von Cyanobakterien, Kiesel- und Grünalgen sowie absterbende Zellen. Eine Unterscheidung auf Artniveau ist aber nicht immer möglich. Die Methode detektiert auch anorganische Partikel, welche die Forschenden mithilfe von Experten der ETH Zürich teilweise als Mikroplastik identifizierten.

Laut den Wissenschaftlern könnte die neue Methode dereinst ergänzend zu herkömmlichen Verfahren für regelmäßiges Gewässer-Monitoring sowie zum Nachweis von Mikroplastik eingesetzt werden.

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Quelle: Eawag




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