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23.05.2016

Wissen teilen: Open Access für Alle ist das Ziel


Mit öffentlichen Geldern geförderte Forschung soll im Open Access, also öffentlich und gebührenfrei, zugänglich werden. Das erfordert nichts weniger als einen Umbau des Publikationssystems. Mit den Worten des Statements der League of European Research Universities gesagt: "Weihnachten ist vorbei. Gelder der Forschungsförderung sollten an die Forschung gehen, nicht zu den Herausgebern!" International wird der Umbau der wissenschaftlichen Publikationen in Richtung Open Access stetig vorangetrieben.

Auch der Schweizerische Nationalfonds (SNF) engagiert sich stark für Open Access und verfolgt im internationalen Vergleich eine fortschrittliche Open Access-Politik. Er orientiert sich dabei an den Niederlanden, die eine Vorreiterrolle einnehmen und im Rahmen der aktuellen EU-Präsidentschaft eine Open Access-Offensive gestartet haben. So verlangt die holländische Förderungsorganisation NWO als weltweit Erste, dass Forschungsergebnisse aus von ihr finanzierten Projekten sofort und uneingeschränkt zugänglich sind. Gemäß dem Amsterdam Call for Open Science soll der Anteil von Open Access bei wissenschaftlichen Publikationen bereits im Jahr 2020 bei 100 Prozent liegen. Voraussetzung dafür ist, dass die europäischen Staaten, basierend auf nationalen, gegenseitig synchronisierten Open Access-Strategien den Umbau des Publikationssystems nun zügig in Angriff nehmen.

Schweiz steht im internationalen Vergleich gut da

Das ist in der Schweiz bereits geschehen: Im Auftrag des Staatssekretariates für Bildung, Forschung und Innovation sind der SNF und swissuniversities seit 2016 damit beschäftigt, eine nationale Strategie auszuarbeiten.

Ein wichtiger Schritt in der Umsetzung der Open Access-Politik ist die Selbstevaluation der eigenen Förderpolitik. Der SNF hat für den Zeitraum Oktober 2013 bis August 2015 einen Open Access-Monitoringbericht erstellt. Dabei wurden nicht nur die eigenen Förderaktivitäten zu Open Access evaluiert und aufgelistet, sondern auch die Einhaltung der SNF-Richtlinien durch die Forschenden geprüft. Der Monitoringbericht zeigt, dass bereits 40 Prozent der über SNF-Beiträge entstanden Publikationen frei zugänglich sind. Dieser beachtliche Anteil soll weiter steigen.

Anfang 2016 hat der SNF zudem gemeinsam mit dem SUK P-2 Programm von swissuniversities eine Finanzflussanalyse in Auftrag gegeben. Diese soll die finanziellen Grundlagen sowie Vorschläge für den Umbau des Schweizer Systems formulieren. Zusätzlich läuft derzeit eine qualitative Befragung der Universitäten und Fachhochschulen zu ihrer Open Access-Policy. Sie soll auch einen Überblick über die laufenden Open Access-Aktivitäten an den Hochschulen geben. Die Ergebnisse der Finanzflussanalyse werden Ende 2016 erwartet.

Internationales Engagement

In diesem Jahr läuft auch die zweite Runde des Projektes OAPEN-CH, in dessen Rahmen gemeinsam mit den Verlagen Erfahrungen zum Open Access-Publikationsprozess gesammelt werden.

Der SNF wird die internationale Entwicklung weiter verfolgen und sich aktiv beteiligen. Er unterstützt den Amsterdam Call for Action 2016, der zu einem Systemwechsel aufruft. Auch hat der SNF kürzlich die internationale Initiative OA2020 zur umfassenden Einführung von Open Access bei wissenschaftlichen Zeitschriften unterzeichnet. Bereits 2006 unterzeichnete er die Berliner Erklärung, die den unentgeltlichen und weltweiten Zugang zu öffentlich finanzierten Forschungsresultaten sowie deren freie Weiterverwendung unter Angabe der Urheberschaft fordert.

—> Monitoring Bericht des SNF

Quelle: Schweizerischer Nationalfonds (SNF)




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