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26.04.2016

Analyse-Netzwerk bündelt Wissen über spektroskopische Methoden


Am Freitag, 15. April 2016, fand die Auftaktveranstaltung des neugegründeten "Kiel Network of Analytical Spectroscopy and Mass Spectrometry", kurz "Spectromics-Network", statt. Ziel des Netzwerks ist die Bündelung elementarer Analysemethoden aus dem Bereich der Spektroskopie und der Massenspektrometrie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Spektroskopische Methoden beruhen auf der Wechselwirkung von Strahlung verschiedener Art, zum Beispiel verschiedener Wellenlänge, mit Materie, zum Beispiel Molekülen. Massenspektrometrie bezeichnet eine Technologie, mit der sich die Masse von Atomen oder Molekülen bestimmen lässt. Als elementare Schlüsselmethoden kommen beide zusammen mit verwandten Techniken in zahlreichen naturwissenschaftlichen Forschungsfeldern zum Einsatz. Die an der Uni Kiel vorhandenen Kompetenzen, Methoden und Geräte sollen nun für Forschende aus einem breiten Spektrum an Disziplinen einfacher nutzbar gemacht werden.

Damit können künftig weitere wissenschaftliche Synergien am Forschungsstandort Kiel entstehen: Neben einer gemeinsamen Gerätenutzung steht vor allem die Entwicklung innovativer Forschungsmethoden als Keimzelle interdisziplinärer Forschungsprojekte im Mittelpunkt der Initiative. So erfordert etwa lebenswissenschaftliche Forschung verschiedene, oft noch nicht standardisierte Methoden zum Beispiel in der Analyse von Stoffwechselprodukten oder in der Untersuchung der Beziehungen von Lebewesen und Mikroorganismen. Hier entscheidet die Entwicklung geeigneter Analysemethoden über den Erfolg eines Forschungsvorhabens. Diese grundlegende Methodenkompetenz stellt das "Spectromics-Network" nun gebündelt zur Verfügung. "Das neue Kieler Analyse-Netzwerk ist über die Disziplinengrenzen hinweg von zentraler Bedeutung für die Entwicklung neuer Methoden und innovativer Forschungsprojekte. Die Initiative unterstützt das exzellente Forschungsprofil der CAU im Wettstreit der Wissenschaftsstandorte, insbesondere in den Schwerpunkten Lebens-, Meeres- und Nanowissenschaften", betont CAU-Vizepräsidentin Professorin Karin Schwarz.

Seinen Auftaktvortrag nutzte Mitinitiator Andreas Tholey, Professor der bioanalytischen Chemie und Leiter der Arbeitsgruppe "Proteomics und Bioanalytik" an der CAU, um das neue Netzwerk vorzustellen und zudem das Leistungsspektrum seines Teams zu demonstrieren: Im Bereich der Flüssigchromatographie-Massenspektrometrie (LC-MS) arbeitet seine Arbeitsgruppe an der Entwicklung neuer Methoden. Dabei gibt es oft nicht die "eine richtige" Methode, sondern eine Anzahl potenziell geeigneter Arbeitsweisen. Hier ist viel Erfahrung notwendig, um - oft stimuliert durch Fragestellungen von Forschenden angrenzender Disziplinen - eine erfolgreiche Methodik zu entwickeln. "Massenspektrometrie und spektroskopische Methoden stellen heute fundamentale Analysetechniken dar, die in beinahe allen naturwissenschaftlichen Forschungsfeldern Anwendung finden. Die Möglichkeit, unterschiedliche biologische, biotechnologische und biomedizinische Prozesse auf Protein-Ebene mit diversen Methoden analysieren zu können, ist dabei von zentraler Bedeutung. Unser neues "Spectromics-Network" spielt dabei eine Schlüsselrolle", kommentiert Tholey.

Im Laufe des Sommersemesters folgen weitere Netzwerk-Veranstaltungen, die das Angebot dem künftigen Nutzerkreis näher bringen und den Austausch der beteiligten Disziplinen und Forschenden befördern sollen. Dabei wird es sowohl um die Analysemethoden an sich als auch um mögliche Anwendungsfelder gehen. Von besonderem Wert ist das "Spectromics-Network" insbesondere für die bestehenden Forschungsinitiativen und -schwerpunkte der Universität Kiel. Seine Analysemethoden sind unter anderem in der Metaorganismus-Forschung des Sonderforschungsbereichs 1182, bei der Untersuchung von Entzündungsprozessen im Exzellenzcluster Entzündungsforschung, in der pathophysiologischen Forschung des Sonderforschungsbereichs 877, sowie in den lebens-, nano- und meereswissenschaftlichen Forschungsschwerpunkten der CAU unverzichtbar.

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Quelle: Universität Kiel




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