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30.03.2016

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2016 vergeben


Die diesjährigen Träger des wichtigsten Preises für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland stehen fest. Der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingesetzte Auswahlausschuss bestimmte jetzt in Bonn Wissenschaftler für die Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2016. Sie erhalten die mit je 20 000 Euro dotierte Auszeichnung am 18. Mai in Berlin.

Als Anerkennung und zugleich als Ansporn, ihre wissenschaftliche Laufbahn geradlinig fortzusetzen, wird der Heinz Maier-Leibnitz-Preis seit 1977 jährlich an hervorragende junge Forscher verliehen. Benannt nach dem Atomphysiker und früheren DFG-Präsidenten - in dessen Amtszeit er erstmals vergeben wurde -, gilt der Preis nicht nur als der wichtigste seiner Art für den Forschernachwuchs in Deutschland. In einer Umfrage der Zeitschrift "bild der wissenschaft" wählten die großen Forschungsorganisationen den Heinz Maier-Leibnitz-Preis zum drittwichtigsten Wissenschaftspreis in Deutschland überhaupt - nach dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG und dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten.

Für die diesjährige Preisrunde waren insgesamt 134 Forscher aus allen Fachgebieten vorgeschlagen worden, von denen 15 in die engere Wahl kamen. "Angesichts der herausragenden Lebensläufe und qualitativ hervorragenden Arbeiten der Kandidaten war es für den Ausschuss eine Freude, unter ihnen die Preisträger auszuwählen", sagte die Vorsitzende des Gremiums, DFG-Vizepräsidentin Professor Dr. Marlis Hochbruck, nach den Entscheidungen. Die diesjährigen Preisträger sind unter anderem:

Aline Bozec (38), Rheumatologie, Universitätsklinikum Erlangen

Während ihrer Forschungstätigkeiten hat Aline Bozec frühzeitig erkannt, dass Knochen eine Reihe von integrierenden Schnittstellen zu anderen Gewebe- und Organsystemen aufweist. In ihren in Frankreich, Österreich, Spanien und Deutschland durchgeführten Arbeiten hat sie zentrale Transkriptionsfaktoren und Signalwege beschrieben, die in Osteoklasten, Osteoblasten und Fettzellen als Schaltstellen für die Differenzierung und die Aktivität der Zellen relevant sind. Damit konnte Frau Bozec grundlegende Phänomene bezüglich der Regulation des Knochenaufbaus und -abbaus, der Modulation regenerativer Mechanismen in den Stammzellnischen des Knochenmarks sowie deren Bedeutung in Gesundheit und Krankheit beleuchten. Die in Frankreich geborene Biochemikerin ist Emmy Noether-Nachwuchsgruppenleiterin und Juniorprofessorin am Universitätsklinikum Erlangen. Sie leitet zudem ein Teilprojekt im DFG-Schwerpunktprogramm "Osteoimmunology".

Tobias Erb (36), Mikrobiologie, Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie, Marburg

Tobias Erb leitet eine Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg, die an der Aufklärung und Optimierung von Kohlenstoffdioxid-Fixierungswegen und anderen Stoffwechselwegen des Kohlenstoffzyklus arbeitet. Bereits in seiner Doktorarbeit hatte Erb einen neuen Weg entdeckt zur Assimilation von Kohlenstoffdioxid, den sogenannten Ethylmanolyl-CoA-Weg. Seine unter anderem durch einen ERC Starting Grant geförderte Forschung brachte in Bezug auf die Stoffwechselwege der Acetat- und der Kohlenstofffixierung einen hohen Erkenntnisgewinn hinsichtlich des Kohlenstoffkreislaufs in der Biologie. Vor seiner Tätigkeit am MPI forschte Erb unter anderem als Junior-Arbeitsgruppenleiter an der ETH Zürich, seit 2013 ist er zudem Mitglied der Jungen Akademie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

Hannah Petersen (32), Theoretische Hochenergiephysik, Universität Frankfurt/Main

Auf dem Gebiet der relativistischen Schwerionenkollisionen arbeitet Professor Hannah Petersen an neuen theoretischen Beschreibungen des sogenannten "Little Bang". Bei Schwerionenstößen entsteht ein Quark-Gluon-Plasma mit extrem hohen Druck, unter dem das Plasma sich explosionsartig ausdehnt. Hierbei herrschen Bedingungen, die denen beim Urknall ("Big Bang") ähneln. Petersen erkannte und untersuchte als eine der Ersten, dass und wie der Verlauf dieser Explosion von Dichte- und Temperaturschwankungen als Folge von Quanteneffekten beeinflusst wird. Über den Vergleich von Theorie und experimentellen Daten stellte Hannah Petersen ein vielzitiertes Hybrid-Modell auf, das die Dynamik des Plasmas und seine Viskosität in Abhängigkeit vom jeweiligen Anfangszustand der Quantenfluktuation abbildet. Seit 2012 leitet Petersen eine Helmholtz-Nachwuchsgruppe, 2013 erreichte sie der Ruf auf eine W2-Professur. Mit ihrer "event-by-event"-Analysemethode liefert die Frankfurterin neue Grundlagen für experimentelle Messungen zum Beispiel am Relativistic Heavy Ion Collider (Brookhaven, USA) und an der zukünftigen Facility for Antiproton and Ion Research (Darmstadt).

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Quelle: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)




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