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03.02.2015

Studie: Milchsäure-Bakterien statt Antibiotika bei Helicobacter-Infektion


Der Magenkeim Helicobacter pylori, Erreger von Gastritis und Magenkrebs sowie Entzündungen von Magenschleimhaut und Zwölffingerdarm, kann durch ein Milchsäurebakterium auf natürliche Weise bekämpft werden. Dadurch könnte der Einsatz von Antibiotika überflüssig werden. Das ist das Ergebnis einer klinischen Studie, die das Biotechnologie-Unternehmen Organobalance unter der Leitung von Prof. Dr. Christine Lang und Dr. Caterina Holz durchgeführt hat.

Insgesamt wurden rund 700 Milchsäurebakterienstämme aus der Stammsammlung der Organobalance GmbH in Berlin getestet, von denen acht eine Reaktion mit dem Helicobacter pylori-Keim aufzeigten. Der Stamm Lactobacillus reuteri DSM17648 wies die stärksten Bindungs-Eigenschaften auf "Er aggregiert mit dem Magenbakterium, das auf diese Weise seine Beweglichkeit verliert und nicht mehr in die Magenschleimhaut eindringen kann", erklärt Christine Lang. Die Wirksamkeit wurde im Labor sowie durch eine placebokontrollierte Studie mit H. pylori-infizierten Probanden nachgewiesen. Die tägliche Einnahme des Milchsäure-Bakteriums führte bereits nach zwei Wochen zu einem signifikanten Rückgang der H. pylori-Erreger. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist Schätzungen zufolge mit dem Helicobacter-Keim infiziert, ohne dass das bei allen Betroffenen zu Symptomen, schmerzhaften Entzündungen oder einer Krebserkrankung führt. Die bis heute herkömmliche Therapie besteht aus der Gabe mehrerer Antibiotika. "Unser Ziel ist es, weg zu kommen von Antibiotika, weil sie nicht nur die schädlichen Bakterien vernichten, sondern auch die guten", betont Christine Lang. "Besser ist es, dem schädlichen Bakterium ein anderes ebenfalls in der Natur vorkommendes gutes Bakterium entgegenzustellen." Wie die Studie zeige, werde damit ein Erfolg gegen das Magenbakterium erzielt und gleichzeitig die natürlichen guten Mikroorganismen des Menschen im Darm, die sogenannte Mikroflora, erhalten. Der hier verwendete Bakterienstamm wird als Rohstoff über den schweizerischen Anbieter Lonza unter dem Namen PylopassTM vertrieben. Er ist in verschiedenen Ländern bereits in Nahrungsergänzungsmitteln erhältlich.

—> Originalpublikation

Quelle: Organobalance GmbH




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