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03.02.2015

Silizium als Alternative zu Edelmetallkatalysatoren


Prof. Dr. Shigeyoshi Inoue, bereits mehrfach ausgezeichneter Chemiker der TU Berlin, erhält einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC), der mit rund 1,5 Millionen Euro dotiert ist. Er sucht nach Wegen, bestimmte Eigenschaften des häufigen Siliziums für den Bau von Katalysatoren nutzbar zu machen, um teure und seltene Metalle in Pharmazie und Ölindustrie zu ersetzen.

Der japanische Chemiker Shigeyoshi Inoue, der bereits seit sieben Jahren in Deutschland lebt, befasst sich mit dem Design, der Synthese und der Charakterisierung von Silyliumyliden-Ionen sowie deren Anwendung in der Katalyse. "Diese Moleküle mit einem zweiwertigen Siliziumatom sind besonders vielversprechend als mögliche alternative Katalysatoren, denn sie weisen erstaunliche Aspekte auf", erklärt Shigeyoshi Inoue. "Zum Beispiel sind sie extrem wirksam bei der katalytischen Aktivierung der Kohlenstoff-Wasserstoff-Bindung, für die sonst seltene Edelmetalle wie Platin oder Palladium verwendet werden müssen. Dagegen ist Silizium eines der häufigsten Elemente der Erdkruste. Es wäre also von Vorteil, wenn wir die teuren Metalle, die bislang beim Bau von Katalysatoren unverzichtbar sind, durch Silizium ersetzen könnten, zum Beispiel in der Pharmazie oder bei der Umwandlung von Rohöl."

Schon seit 2008 arbeitet Shigeyoshi Inoue, der aus Fukushima stammt, im Arbeitskreis von TU-Professor Dr. Matthias Drieß in der Anorganischen Chemie, und damit ganz nah am TU-Exzellenzcluster UniCat, der sich mit Katalyseforschung beschäftigt. Neben Auszeichnungen in seiner Heimat Japan - unter anderem erst im Januar 2015 mit dem Award for Distinguished Young Chemists der Chemical Society of Japan - wurde Inoue bereits mit einem Alexander von Humboldt-Forschungsstipendium ausgezeichnet und erhielt 2010 ebenfalls den mit 1,65 Millionen Euro dotierten Sofja-Kovalevskaja-Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung, mit dem er seinen eigenen Arbeitskreis an der TU Berlin aufbaute. Diese Forschungen dauern noch bis in den Herbst 2015 an.

Quelle: Technische Universität Berlin




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