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10.11.2015

Broschüre zum Umgang mit Carbon Nanotubes erschienen


Ob in der Halbleiterproduktion oder beim Flugzeugbau, Kohlenstoffnanoröhrchen, kurz CNT für Carbon Nanotubes, finden sich aufgrund ihrer technischen Eigenschaften in immer mehr Werkstoffen. Dabei kann der Umgang mit diesem Nanomaterial gesundheitliche Risiken bergen. Um Betroffene im Rahmen der Vorsorge beraten zu können, hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt eine Handreichung für Betriebsärzte und Arbeitsmediziner mit dem Titel "Arbeitsmedizinisch-toxikologische Beratung bei Tätigkeiten mit Kohlenstoffnanoröhren (CNT). Fragen und Antworten" veröffentlicht.

Die erste Publikation in der neuen Reihe "BAuA-Praxis" gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand und informiert über mögliche Aufnahmewege und Gesundheitsgefährdungen. Zudem geht sie auf Grenzwerte und Schutzmaßnahmen ein. Die praktische Hilfestellung für Arbeitsmediziner und Betriebsärzte kann außerdem zur Einarbeitung in das Thema CNT genutzt werden.

CNT ist ein Nanomaterial von sehr geringem Gewicht, mit elektrischer Leitfähigkeit und flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten. Gegenwärtig wird es etwa in der Produktion von Akkus, Solarzellen, Chips, Sensoren und Transformatoren eingesetzt. In der Medizin werden CNT außerdem als Medikamententransporter in Blutbahnen getestet. Wie CNT auf den menschlichen Organismus wirken, ist derzeit noch unzureichend erforscht. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass starre Kohlenstoffnanofasern ab einer bestimmten Länge ähnliche gesundheitliche Gefährdungen verursachen können wie Asbestfasern. Tierversuche haben gezeigt, dass auch das Einatmen von Faserknäueln aus flexiblen CNT zu entzündlichen Reaktionen in der Lunge führen kann. Angesichts dieser unklaren Ausgangslage hat der Gesetzgeber in der "Bekanntmachung zu Gefahrstoffen 527" Vorschriften erlassen, um Beschäftigte vor Belastungen beim Umgang mit Nanomaterialien einschließlich CNT zu schützen.

Laut dieser Bekanntmachung sind biobeständige, faserförmige und starre Nanomaterialien vorsorglich wie Stoffe mit möglicherweise karzinogenen Eigenschaften zu behandeln. Ein zentrales Element der Prävention ist dabei die allgemeine arbeitsmedizinisch-toxikologische Beratung. Sie soll Beschäftigte über bekannte und angenommene Gefahren von Nanomaterialien informieren. Bisher fehlte es allerdings an geeignetem Informationsmaterial für diese Beratung zu CNT am Arbeitsplatz. Mit der vorliegenden Empfehlung schließt die BAuA diese Lücke.

—> Broschüre zum Download

Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)




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