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09.11.2015

Neues kompaktes Mikroskop für die medizinische Diagnostik


Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes haben Wissenschaftler am IPHT das kompakte Mikroskop Medicars für die schnelle Gewebediagnostik konzipiert.

Damit können Mediziner hochaufgelöste multimodale Bilder innerhalb von wenigen Minuten aufnehmen und die verschiedenen Gewebetypen differenzieren. Dies ist vor allem zur Unterscheidung von Krebs und harmlosen Gewebemodifikationen relevant.

Um die klinisch-relevanten Informationen parallel zu einer Operation zu erhalten, wurde das Medicars Mikroskop so realisiert, dass es sich in seiner räumlichen Ausdehnung samt Ansteuerung und neu-konzeptioniertem Faser-Laser für jeden Operationssaal eignet und dabei von eingewiesenem aber fachfremdem Personal bedient werden kann. Erste Testdurchläufe in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Guntinas-Lichius, Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde Jena, verliefen erfolgreich.

"Medicars muss aus der Forschung auf den Markt kommen, damit unsere Innovation dem Patienten zugutekommt", so Professor Dr. Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des IPHT und Leiter des Institutes für Physikalische Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Allerdings ist der Transfer innovativer Technologien in marktfähige Produkte oft schwierig und bedarf gemeinsamer Anstrengungen von Forschung und Industrie".

Technologische Grundlage des Medicars Mikroskops ist das bildgebende Verfahren der Kohärenten Anti-Stokes Raman-Spektroskopie (CARS). Ergänzt wird das
Verfahren durch zwei weitere Kontrastmechanismen der Zwei-Photonen-
Fluoreszenzmikroskopie (TPF) sowie der zweiten harmonischen Erzeugung (SHG). Alle drei Kontrastmechanismen zusammen vermitteln dem Mediziner sowohl chemische, strukturelle als auch funktionale Informationen uber das Gewebe.

Medicars wurde zusammen mit Partnern an der TU Dresden, Universität Heidelberg, Universität Stuttgart, Universität Konstant und am Institut für Angewandte Physik in Jena erforscht und entwickelt.

Quelle: Institut für Photonische Technologien (IPHT)




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