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01.10.2015

Bioinformatiker empfehlen mehr Praxisbezug und bessere Koordination von Fördermaßnahmen


Die Bioinformatik-Forschung in Deutschland hat bereits ein hohes Niveau; dennoch müssen noch Schwächen beim Transfer in Anwendungen, bei der Nachwuchsförderung und bei langfristigen Infrastrukturen überwunden werden. Dieses Fazit zieht der Beirat der Fachgruppe Bioinformatik (FaBI), der gemeinsamen Interessenvertretung der Bioinformatik-Forschung in Deutschland mit derzeit ca. 690 Mitgliedern. Bioinformatik ist eine eigenständige, für die Lebenswissenschaften unverzichtbare Disziplin und damit Grundlage von Wirtschaftssektoren mit großer ökonomischer Bedeutung wie der pharmazeutischen Industrie, Biotechnologie und Ernährungsindustrie.

Im Positionspapier "Bioinformatik in Deutschland - Perspektive 2015" empfehlen die Experten mehr Praxisbezug durch die Beteiligung von Anwendern und Unternehmen - auch in der Ausbildung. Sie plädieren für die Koordinierung von Fördermaßnahmen im Sinne einer "Bioinformatik-Strategie": Dazu zählen u.a. die gezielte Förderung von Nachwuchswissenschaftlern durch die Schaffung von Nachwuchsgruppen und Juniorprofessuren, Mittel für den Aufbau und nachhaltigen Betrieb von Forschungsinfrastrukturen (Datenbanken, Webserver, Softwareentwicklung) und bessere Möglichkeiten für die Beteiligung an großen, internationalen Infrastrukturinitiativen. Die Analyse basiert auf einer Umfrage unter mehr als 120 in Deutschland tätigen Bioinformatikern in leitenden Positionen in Wissenschaft und Industrie. Das vollständige, während der German Conference on Bioinformatics 2015 in Dortmund vorgestellte Dokument ist online erhältlich.

Die gemeinsame Fachgruppe Bioinformatik (FaBI) wurde im Herbst 2014 durch Zusammenschluss von entsprechenden Fachgruppen der Fachgesellschaften DECHEMA, GBM, GDCh und GI, gebildet. Sie versteht sich als Ansprechpartnerin für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit dem Ziel, Bioinformatik im Sinne einer starken informatischen und lebenswissenschaftlichen Forschung zu koordinieren und zu fördern.

—> Positionspapier zum Download

Quelle: DECHEMA




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