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23.09.2015

Ernst Schering Preis 2015 für Forschung zur Organokatalyse


Für seine bahnbrechenden Beiträge zur Organokatalyse und Organokaskaden-Katalyse verleiht die Schering Stiftung den mit 50.000 Euro dotierten Ernst Schering Preis 2015 an Prof. Dr. David MacMillan, Leiter des Instituts für Chemie an der Universität Princeton, USA. Seine Forschungsinteressen gelten der enantioselektiven Katalyse, der Verbindung von Photoredoxkatalyse mit der Organo- oder der Übergangsmetallkatalyse, der Entwicklung neuer Reaktionsmethoden sowie der Anwendung dieser neuen Konzepte auf die Synthese von Naturprodukten und Arzneimitteln. Die Preisverleihung findet am 28.09.2015 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt.

"MacMillans grundlegender systematischer Ansatz und seine brillanten Konzepte haben maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Organokatalyse zu einem rasch wachsenden, hoch innovativen Forschungsgebiet in der organischen Chemie entwickelt hat," erläutert Prof. Dr. Stefan H.E. Kaufmann, Vorsitzender des Stiftungsrats der Schering Stiftung, die Entscheidung der Jury.

Seine Forschungsarbeit widmet sich der Entdeckung neuartiger chemischer Reaktionen und Strategien, die bei der Erforschung potenzieller Medikamente zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit helfen sollen. Bei der Suche nach einem einzigen Medikament müssen tausende Verbindungen getestet werden. Folglich ist der Bedarf an effizienten und günstigen Zugangsmethoden sehr hoch. Zu diesem Zweck hat die MacMillan-Forschungsgruppe maßgebliche Beiträge zu verschiedenen Plattformen für Katalysemethoden geleistet, welche kleinste Mengen speziell entworfener Moleküle - Katalysatoren genannt - verwenden, die neue Reaktionen zur Bildung von Bindungen zwischen Atomen ermöglichen. Forscher im Labor von MacMillan haben zahlreiche Katalysatoren entwickelt, die die Bildung neuer Bindungen schnell und mit chirurgischer Präzision erlauben. MacMillan und sein Labor gelten als Pioniere der Organokatalyse, einem Gebiet, das organische Katalysatoren zur Herstellung neuer Medikamente und neuer Agro- und Feinchemikalien verwendet. In jüngster Zeit konnte die Forschungsgruppe die Anwendbarkeit der Photoredoxkatalyse unter Beweis stellen, ein Gebiet bei der Katalysatoren, die durch sichtbares Licht aktiviert werden, unter sehr milden Bedingungen einzigartige Abläufe zur Bindungsbildung ausführen. MacMillans Labor kombinierte viele dieser Katalysatorentypen in Tandem- oder Kaskadenprozessen und konnte so Reaktionen durchführen, die mit einem einzigen Katalysator alleine nicht möglich gewesen wären.

David MacMillan wurde im schottischen Bellshill geboren und studierte Chemie an der Universität Glasgow bei Dr. Ernie Colvin. 1990 nahm er sein Promotionsstudium unter der Leitung von Professor Larry Overman an der University of California, Irvine, auf, bevor er 1996 auf eine Postdocstelle bei Professor David Evans an die Universität Harvard wechselte. Seine unabhängige Laufbahn begann er im Juli 1998 an der University of California, Berkeley, bevor er im Juni 2000 als Earle C. Anthony Chair of Organic Chemistry an das Caltech berufen wurde. 2006 siedelte MacMillan an die amerikanische Ostküste über, um einen Ruf an die Universität Princeton anzunehmen, wo er seitdem als James S. McDonnell Distinguished University Professor und seit 2010 auch als Leiter des Instituts für Chemie tätig ist.

Quelle: Schering Stiftung




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