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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

27.01.2015

Nuklearchemie - Forschung und Perspektiven


In ihrem Positionspapier vom Januar 2015 hat die Fachgruppe Nuklearchemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) auf 25 Seiten die vielfältigen Themen nuklearchemischer Forschung und Anwendung zusammengestellt. Die Broschüre zeigt, dass das Fachgebiet der Nuklearchemie für eine Vielzahl wissenschaftlicher Fragestellungen und wichtiger gesellschaftlicher Themen relevant und erforderlich ist. Daher sieht die GDCh-Fachgruppe ihre Ziele und Aufgaben in der Sicherung einer ausreichenden Forschungs-, Lehr- und Ausbildungskapazität in den Fächern Kern-, Radio- und Strahlenchemie.

Kernchemische Themen und Arbeitsmethoden sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Verschiedene Arbeitsschwerpunkte mit hoher grundlegender gesellschaftlicher, ökologischer und ökonomischer Relevanz haben sich in den letzten Jahrzehnten herausgebildet. Dazu zählen u.a.: die Entwicklung nuklearmedizinisch nutzbarer Substanzen für Diagnostik und Therapie, die nukleare Forensik, welche Herkunft und Zusammensetzung sichergestellter unbekannter nuklearer Stoffe feststellt, die Radioanalytik in der Umweltüberwachung oder der Strahlenschutz. Als wichtige Aspekte der Energiewende sind der sichere Betrieb von Kernkraftwerken, ihr Rückbau, die nukleare Entsorgung und die Endlagerforschung nach wie vor bedeutende Themen der Nuklearchemie, die allerdings in der Öffentlichkeit sehr kontrovers diskutiert werden. In der Grundlagenforschung stehen Eigenschaften und Verhalten der Actinide, eng verknüpft mit der Erzeugung und Untersuchung noch schwererer Elemente, im Vordergrund; die Tritiumchemie spielt bei der Entwicklung der Fusionstechnologie eine wichtige Rolle. Die Kosmochemie beschäftigt sich mit der Analyse extraterrestrischer Materie, während die Isotopengeochemie an der Aufklärung geologischer Prozesse interessiert ist.

Im Gegensatz zu den vielen Tätigkeitsfeldern, so die GDCh-Fachgruppe Nuklearchemie, hat sich in den vergangenen 20 Jahren die Anzahl der Hochschulen und Universitäten in Deutschland, an denen Nuklearchemie gelehrt wird, signifikant verringert.

—> Positionspapier zum Download

Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)




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