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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

23.01.2015

Bioabfall als Rohstoff vielseitig einsetzbar


Nachwachsende Rohstoffe sind für die Industrie ein Schlüssel zur Verringerung der Abhängigkeit von erdölbasierten Materialien. Biogene Abfälle fallen in großen Mengen an und könnten als hochwertige Materialien weiterer Nutzung zugeführt werden. Forscher der Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS des Würzburger Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC wollen neue Verfahren dafür entwickeln.

Wie lassen sich nachwachsende Rohstoffe als Ersatz fossiler Rohstoffe nutzen, ohne dabei in Konkurrenz um wertvolle Anbauflächen für die Nahrungsmittelproduktion zu treten? Diese Schlüsselfrage greifen die Forscher der Fraunhofer-Projektgruppe IWKS in Alzenau auf. Die Idee: Biomaterialien, die ohnehin schon da sind, aber nicht mehr gebraucht werden - also Abfall - als Rohstoffe nutzen.

Die Projektgruppe IWKS befasst sich im Geschäftsfeld "Biowerkstoffe" mit der Weiterverarbeitung von solchen pflanzlichen Reststoffen. Sie stammen als Abfallprodukte aus der Lebensmittel- oder der pharmazeutischen Industrie und bilden die Grundlage für neue Produkte und Anwendungen. Beispielsweise können sie als Ausgangsmaterial für Barriereschichten genutzt werden, wie sie u. a. als Ummantelung zum Schutz gegen eine unkontrollierte Nährstoffauswaschung bei Düngergranulaten eingesetzt werden. Auch die Verpackung von Lebensmitteln kann durch den Einsatz von reststoffbasierten Barriereschichten optimiert werden. Sauerstoff- und Wasserdampfdurchlässigkeit lassen sich durch das organische Material minimieren. Das trägt zur Verlängerung der Haltbarkeit bei. Des Weiteren werden die pflanzlichen Rohstoffe genutzt, um naturfaserverstärkte Kunststoffe herzustellen. Als Haftvermittler eingesetzt können sie die mechanischen Eigenschaften des Kunststoffes verbessern.

Pflanzliche Reststoffe, die im Überfluss vorhanden sind, lassen sich so sinnvoll verwerten und tragen zur Schonung von lebensnotwendigen Ressourcen bei. Mittels innovativer Verfahren kann aus bisherigen Abfallprodukten eine zukunftsweisende Wertschöpfung gesichert werden. Industriell umgesetzt bietet dies einen enormen Wettbewerbsvorteil, denn neben der Senkung von Rohstoffkosten wird auch ein großer Schritt in Richtung einer nachhaltigen Produktion gemacht.

Quelle: Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC)




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