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19.06.2015

ERC Advanced Grant für Enatioselektive Synthesemethoden


Prof. Dr. Thorsten Bach, Lehrstuhl für Organische Chemie I, entwickelt neue synthetische Methoden in der Organischen Chemie. Im Mittelpunkt stehen dabei katalytische, thermische und photochemische Verfahren. Dafür wurde er mit einen der wichtigsten europäischen Forschungsförderpreise, den Advanced Grant des European Research Council (ERC), ausgezeichnet, der mit bis zu 2,4 Millionen Euro dotiert ist.

Bei vielen durch Licht induzierten Reaktionen können parallel mehrere Varianten der Zielverbindungen mit gleicher Zusammensetzung, aber spiegelbildlicher Struktur entstehen, sogenannte Enantiomere. Dies reduziert die mögliche Ausbeute und steht einer breiteren Nutzung im Weg. Ziel des Projekts ELICOS (Enantioselective Light-induced Catalysis for Organic Synthesis) ist es, neue Synthesemethoden zu entwickeln, bei denen photochemische Reaktionen mit chiralen Katalysatoren so gesteuert werden, dass nur die gewünschte dreidimensionale Struktur entsteht.

Bei ansonsten gleicher chemischer Zusammensetzung verhalten sich chirale Katalysatoren in ihrer räumlichen Struktur ebenfalls wie Bild und Spiegelbild. Können in einer photochemischen Reaktion zwei Enantiomere entstehen, so sollte ein chiraler Katalysator die Reaktion in Richtung eines der beiden Produkte lenken. Für die Synthese medizinischer Wirkstoffe wäre dies ein großer Vorteil, da oft nur eine der beiden Formen biologisch wirksam ist.

Da photochemische Reaktionen bei Lichtanregung - auch in Abwesenheit eines Katalysators - sehr schnell verlaufen, bedarf es hierfür neuartiger Konzepte, die von denen der klassischen Katalyse abweichen. Diese sollen im Rahmen des ERC-Projekts ELICOS entwickelt werden.

Thorsten Bach ist seit 2000 Inhaber des Lehrstuhls für Organische Chemie I der TUM. Er ist gewähltes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.
Der European Research Council vergibt die Advanced Grants an etablierte Wissenschaftler, die eine herausragende Erfolgsbilanz vorweisen können und ein ehrgeiziges, wegbereitendes und unkonventionelles Forschungsvorhaben beantragen. Die Förderzeit beträgt fünf Jahre. Mit einem Proof of Concept über bis zu 150.000 Euro werden ERC-Grant-Preisträger unterstützt, die prüfen wollen, ob aus ihren Forschungsprojekten marktfähige Innovationen entstehen können.

Seit 2009 haben Forscher der TUM 13 Advanced Grants eingeworben. Zudem holten herausragende Wissenschaftler 18 ERC Starting Grants (zwei bis sieben Jahre nach ihrer Promotion) und - seit der Einführung im Jahr 2013 - 8 Consolidator Grants (sieben bis zwölf Jahre nach ihrer Promotion). Drei Forscher erhielten eine Proof of Concept-Förderung.

Nicht nur bei diesen Preisen, die inzwischen als Gradmesser der Forschungsqualität der Universitäten gelten, gehört die TUM zur europäischen Spitze: Aus dem 7. Forschungsrahmenprogramm der EU (2007 - 2013) hat sie unter den deutschen Universitäten mit rund 130 Millionen Euro die größte Summe eingeworben.

Quelle: Technische Universität München




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