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13.05.2015

Auszeichnung für Untersuchung zu Struktur und Dynamik von Polymeren


Professor Hans Wolfgang Spiess vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz erhält den Preis der International Society of Magnetic Resonance (ISMAR). ISMAR ist die einzige internationale Wissenschaftsorganisation, die das bedeutende Gebiet der Magnetischen Resonanz in ihrer vollen inhaltlichen Breite vertritt. Deren Bereiche umfassen die Kernmagnetische Resonanz (NMR), die Elektron Paramagnetische Resonanz (EPR) und die Magnetische Resonanz-Tomographie (MRT). Diese Methoden besitzen hohe Bedeutung für Chemie, Strukturbiologie, medizinische Diagnostik und Materialforschung. So verschieden diese Gattungen sind, gelang es Spiess doch im Verlauf seines wissenschaftlichen Werdegangs, im gesamten Forschungsspektrum grundlegende Neuerungen zu entwickeln. Spiess wird für zukunftsweisende Beiträge zur Festkörper-NMR, insbesondere für Verfahren, die Bewegung in Feststoffen mit Hilfe von 2D-NMR aufzuklären und für Anwendungen der Festkörper-NMR auf die Struktur und Dynamik von Polymeren mit dem hochangesehenen Preis gewürdigt.

Der Preis wird ihm in der festlichen Eröffnungssitzung der internationalen ISMAR-Tagung im August 2015 in Shanghai verliehen, zusammen mit einem Kollegen vom Weizmann-Institut (Israel).

Spiess ist der erste deutsche Preisträger seit 35 Jahren; zuletzt ging dieser Preis 1980 an den Deutsch-Amerikaner Hans Dehmelt (Nobelpreis Physik 1989) und an Günther Laukien (Gründer der auf dem Gebiet der Magnetischen Resonanz weltweit führenden Firma BRUKER).

Leben im Dienst der Wissenschaft

Hans Wolfgang Spiess, Jahrgang 1942, wurde 1984 als Direktor an das damals neugegründete Max-Planck-Institut für Polymerforschung berufen, wo er sich mit der Entwicklung neuer Methoden für die magnetische Resonanz zur Untersuchung der Struktur und Dynamik von polymeren und supramolekularen Systemen beschäftigte. Hierbei handelt es sich um strukturierte organische Materialien, die in verschiedensten Bereichen der Technik und der Informationstechnologie und nicht zuletzt in der Biologie und der Medizin Anwendung finden. Die von Spiess entwickelten Verfahren der magnetischen Resonanz-Spektroskopie spielen für die Erforschung und Entwicklung solcher Systeme eine herausragende Rolle.

Die von Spiess geführte Arbeitsgruppe in Mainz war bis zu seiner Emeritierung im Herbst 2012 weltweit führend und begehrter Kooperationspartner für Kollegen aus dem In- und Ausland. Spiess' Arbeiten gelten als anwendungsnah, fachübergreifend und wurden mit zahlreichen nationalen und internationalen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Leibniz-Preis, dem Ampere-Preis, der Liebig- und der Walther Nernst Denkmünze, dem Paul J. Flory-Forschungspreis, dem Zavoisky-Preis und dem Landesverdienstorden Rheinland-Pfalz; nicht zu vergessen die verschiedenen Ehrendoktorwürden, die er an ausländischen Universitäten erhielt.

Quelle: Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI-P)




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