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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

01.04.2015

ZUSE Z23-Rechenanlage aus dem Jahr 1962 reaktiviert


Sie ist eine der wenigen noch voll funktionstüchtigen ZUSE-Rechenanlagen weltweit: Die ZUSE Z23 am Rechenzentrum der FAU. In der alten Maschine steckt viel Tüftlerleidenschaft und technisches Fingerspitzengefühl. Nach über 30 Jahren Stillstand läuft sie jetzt wieder.

Die ZUSE Z23 ist die erste ZUSE-Maschine, die auf Basis von Transistoren realisiert wurde. An der FAU war sie die erste elektronische Rechenanlage. Mit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1962 setzte sie den Grundstein für die elektronische Datenverarbeitung an der FAU. Nach dem Einschalten dauert es 20 Minuten, bis die Trommel warm gelaufen ist und die Maschine die Daten per Lochstreifen einlesen und über den Fernschreiber wieder ausgeben kann. Die Rechenvorgänge sind lautstark zu hören und sogar Veränderungen, die anzeigen, in welchem Bereich das Programm gerade arbeitet, lassen sich akustisch herausfiltern.Heute ist die ZUSE Z23 teil der Informatiksammlung der FAU. Die Sammlung zeigt Bauteile der Computertechnik vom Röhrenflipflop bis zum 256-Mbit-Speicherchip sowie historisch bedeutsame Rechenmaschinen vom römischen Abakus über mechanische Rechenmaschinen und elektronische Großrechner bis zu modernen Mikroprozessoren.

Ein Fest für die ratternde Zuse

Am 4. März 2015 feierte das Regionale Rechenzentrum (RRZE), die Informatik-Sammlung Erlangen (Iser) und das Department Informatik der FAU die erfolgreiche Reaktivierung der Zuse. Dabei waren auch Edwin Aures und Dr. Volkmar Sieh, beide Mitarbeiter der FAU. Vor allem ihnen ist es zu verdanken, dass die alte Rechenanlage wieder funktioniert. Sie haben über zwei Jahre an der Maschine gearbeitet. Unterstützt hat sie dabei der inzwischen 78-jährige ehemaligen ZUSE-Techniker Günter Hartmann. Er gab praktische Tipps und trug entscheidend zum Gelingen des Projektes bei. Als Ehrengast war Horst Zuse eingeladen, der Sohn des legendären Computerpioniers Konrad Zuse. Er berichtet über die Erfindungen seines Vaters, dem es zunächst um praktische Erleichterung bei numerischen Berechnungen ging und der seine beiden ersten, noch teilmechanischen Rechner Z1 und Z2 in der Freizeit baute. Im Anschluss führten Mitarbeiter die ZUSE-Rechenanlage vor.

—> Video der Z23 in Betrieb

Quelle: Universität Erlangen-Nürnberg




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