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27.03.2015

Salmonella und Campylobacter zeigen erhebliche Resistenz gegenüber gängigen Antibiotika


Für die Behandlung einiger der häufigsten lebensmittelbedingten Infektionen stehen zunehmend weniger Optionen zur Verfügung aufgrund der fortschreitenden Resistenz von Bakterienarten (so genannter "Isolate") gegenüber antimikrobiellen Wirkstoffen. So schreitet etwa die Verbreitung multiresistenter Salmonella-Isolate in ganz Europa weiter voran. Einige Mitgliedstaaten melden auch eine hohe Resistenz von Campylobacter-Isolaten gegenüber dem antimikrobiellen Wirkstoff Ciprofloxacin bei Menschen und Tieren. Erfreulich ist hingegen, dass für beide Bakterien die Co-Resistenz gegenüber antimikrobiellen Substanzen von entscheidender Bedeutung gering bleibt. Dies sind einige der Ergebnisse im jüngsten von EFSA und ECDC gemeinsam erstellten EU-Kurzbericht zu Antibiotikaresistenzen (AMR) bei Zoonose- und Indikator-Bakterien aus Menschen, Tieren und Lebensmitteln, der auf der Auswertung von Daten für das Jahr 2013 beruht.

Erstmals verwenden EFSA und ECDC ähnliche Kriterien zur Dateninterpretation. "Die Ergebnisse zur Antibiotikaresistenz bei Menschen, Tieren und Lebensmitteln sind damit nun besser vergleichbar. Dies bringt uns einen Schritt weiter im Kampf gegen antimikrobielle Resistenzen", so Marta Hugas, amtierende Leiterin der Abteilung Risikobewertung und wissenschaftliche Unterstützung der EFSA.

"Die hohe Resistenz gegenüber Fluorchinolonen bei Campylobacter-Isolaten aus Menschen und Masthähnchen ist besorgniserregend, bedenkt man, dass ein Großteil der Campylobacter-Infektionen beim Menschen auf den Umgang, die Zubereitung und den Verzehr von Hähnchenfleisch zurückzuführen ist. Derart hohe Resistenzgrade reduzieren die Optionen zur wirksamen Behandlung schwerer Campylobacter-Infektionen beim Menschen", erklärte Mike Catchpole, leitender Wissenschaftler beim ECDC.

Die wichtigsten Ergebnisse

Bei Salmonella wurden Resistenzen gegenüber gängigen Antibiotika häufig bei Menschen und Tieren (vor allem Masthähnchen und Puten) sowie daraus gewonnenen Fleischerzeugnissen festgestellt. Der Anteil multiresistenter Isolate war hoch (31,8% beim Menschen, 56,0%, bei Masthähnchen, 73,0% bei Puten und 37,9% bei Mastschweinen), und die für Isolate aus Menschen und Tieren (Hähnchen, Schweine und Rinder) berichtete anhaltende Verbreitung von besonders multiresistenten Klonen ist besorgniserregend.

Bei Campylobacter-Isolaten wurden Resistenzen gegenüber gängigen Antibiotika häufig bei Menschen und Tieren (vor allem Masthähnchen, Schweinen und Rindern) nachgewiesen. Bei Lebensmitteln wurden resistente Isolate in Hähnchenfleisch festgestellt. Die Resistenz gegenüber Ciprofloxacin, einer antimikrobiellen Substanz von entscheidender Bedeutung, war bei Menschen besonders hoch (was eine Reduktion der Behandlungsoptionen für schwere Infektionen mit diesem Zoonose-Erreger bedeutet). Bei Campylobacter jejuni waren mehr als die Hälfte der Isolate von Menschen und Masthähnchen (54,6% bzw. 54,5%) resistent, im Vergleich zu 35,8% der Rinder-Isolate. Bei C. coli waren zwei Drittel der menschlichen und Masthähnchen-Isolate (66,6% bzw. 68,8%) resistent, im Vergleich zu 31,1% der aus Schweinen gewonnen Isolate.

Der Grad der Co-Resistenz gegenüber antimikrobiellen Substanzen von entscheidender Bedeutung bei Salmonella war niedrig (0,2% bei menschlichen Isolaten, 0,3% bei Masthähnchen und keine bei Mastschweinen und Puten). Grade der Multiresistenz und Co-Resistenz gegenüber antimikrobiellen Substanzen von entscheidender Bedeutung bei Campylobacter-Isolaten waren den Meldedaten zufolge in der Regel niedrig bis moderat bei Tieren (0,5% bzw. 1,1% bei C. jejuni-Isolaten aus Masthähnchen und Rindern, 12,3% bzw. 19,5% bei C. coli-Isolaten aus Masthähnchen und Mastschweinen) und niedrig bei Menschen (1,7% bei C. jejuni und 4,1% bei C. coli).

Der Bericht enthält außerdem Daten über Resistenzen bei Indikator-Escherichia coli und Indikator-Enterokokken sowie bei Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Bakterien aus Tieren und Lebensmitteln.

—> EU-Kurzbericht

Quelle: European Food Safety Authority (EFSA)




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