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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

23.03.2015

Erfolgreiche Synthese von Isobuten aus pflanzlichen Abfällen


Dem Start-up Global Bioenergies aus Evry (Ile-de-France) ist es vor kurzem zum ersten Mal gelungen, Isobuten der "zweiten Generation" aus pflanzlichen Abfällen zu synthetisieren. Als Rohstoffe für den Prozess wurden Stroh, Zuckerrohrrückstände, Holzabfälle etc. genutzt. Isobuten kommt in vielen Bereichen zur Anwendung: bei der Gummiverarbeitung (Bereifung), als Schmier- oder Kunststoffe, aber vor allem auf dem Biokraftstoffmarkt.

Die Ingenieure von Global Bioenergies haben einen Vergärungsprozess entwickelt, bei dem mit Hilfe von Enzymen gasförmiges Isobuten entsteht. Dadurch werden die für dieses Produkt notwendigen Filter- und Reinigungsprozesse vereinfacht. Bei den traditionellen Verfahren, bei denen flüssige Komponenten entstehen, kommt es zu vielen Verunreinigungen.

In Partnerschaft mit der Bioökonomie-Forschungsplattform Agro-industrie Recherches et Développements (ARD) sowie dem Zuckerhersteller Cristal Union ist in einem nächsten Schritt die Entwicklung einer industriellen Pilotanlage am Forschungsstandort von Pomacle-Bazancourt (Champagne-Ardennes) geplant. Die Pilotanlage besteht aus mehreren Vergärern, in denen unterschiedliche Enzyme und Fermentationsprozesse getestet werden. Der letzte Schritt wird der Verkauf von Lizenzen an die Biokraftstoffindustrie sein.

Im Forschungskonsortium sind noch weitere Akteure vertreten: zwei Labore des CNRS (französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung) und Arkema (französischer Chemiekonzern). Das Projekt wird über die französische Agentur für Umweltschutz und Energie ADEME mit 5,2 Mio. € aus dem Programm für Zukunftsinvestitionen gefördert.

Global Bioenergies ist bereits in Deutschland tätig. Es arbeitet eng mit dem Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) an der Bioraffinerie von Leuna sowie mit Audi bei der Entwicklung eines "Drop-in" Biokraftstoffs (für alle Verbrennungsmotoren geeignet und kompatibel mit den bestehenden Kraftstoffinfrastrukturen) zusammen.

Quelle: idw/Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland




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