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11.02.2014

Neue Analysemethode zum Nachweis von Schweine- oder Pferdefleischkontaminationen in Nahrungsmitteln


Die falsche oder irreführende Kennzeichnung von Fleischprodukten, die zum menschlichen Verzehr vorgesehen sind, kann schwerwiegende Folgen haben - sowohl hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit als auch aus ethischen Gesichtspunkten. Der Bedarf an neuen, spezifischen Testmethoden wächst weltweit mit jeder weiteren Schlagzeile über Verunreinigungen in Fleischgerichten.

Vor allem für muslimische und jüdische Verbraucher ist es wichtig zu wissen, ob Nahrungsmittel, die ihnen zum Verzehr erlaubt sind und in Einklang mit dem muslimischen beziehungsweise jüdischen Glauben zubereitet wurden ("halal" bzw. "koschere" Nahrungsmittel), auch nur geringste Verunreinigungen enthalten. Um diesen Menschen, die etwa 23 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, besser gerecht zu werden, haben Wissenschaftler ein neues massenspektrometrisches Testverfahren entwickelt. Die Forscher der Universität Münster haben gemeinsam mit Experten von AB SCIEX, einem führenden Unternehmen für Analysetechnologien, eine neue Methode zur Detektion von Schwein- oder Pferdefleischkontaminationen in verschiedenen Fleischarten (z. B. Rind, Geflügel, Lamm) etabliert.

Mit dem neuen Testverfahren können Kontrollabore nun Spuren von Schweine- oder Pferdefleisch in vielen verschiedenen Lebensmitteln schnell und einfach nachweisen. Die Methode, die auf Flüssigchromatografie und Tandem-Massenspektrometrie (LC/MS/MS) beruht, wurde kürzlich im Journal of Agriculture and Food Chemistry veröffentlicht. Sie ist in der Lage, eine Reihe von Peptid-Biomarker zu detektieren, die spezifisch für Schweine- und/oder Pferdefleisch sind.

In der Vergangenheit hat AB SCIEX als führender Anbieter von modernen Technologien für die Lebensmittelanalytik bereits ähnliche Methoden entwickelt. Dazu gehören neue Screeningverfahren zum simultanen Nachweis von Nahrungsmittelallergenen wie Ei, Milch, Sesamsaat, Nüssen und Senf. Auch in Zukunft werden sich die Wissenschaftler von AB SCIEX ähnlich anspruchsvollen Bereichen der Lebensmittelanalytik widmen. So wird beispielsweise die Entwicklung von Nachweismethoden für Gelatine aus Rind beziehungsweise Schwein ein wichtiges Thema sein.

Weiterführende technische Informationen

Die neue Massenspektrometrie-basierte Methode bietet einen genaueren und zuverlässigeren Ansatz zur Bestimmung von Fleischarten als andere Techniken. Sie ist sie in der Lage, mehrere verschiedene Spezies in nur einem Lauf zu identifizieren. Andere, weitverbreitete Verfahren wie PCR oder ELISA weisen tierische DNA beziehungsweise intakte Proteine nach. Sie können aufgrund ihrer geringen Spezifität zu falsch-negativen oder falsch-positiven Ergebnissen führen und sind deshalb nur begrenzt für Lebensmittelkontrolltests geeignet.

Die neue Methode wurde mit Hilfe eines zweiarmigen LC/MS/MS-Ansatzes entwickelt. Zunächst wurde das TripleTOF® 5600 System genutzt, um spezifische Markerproteine zu identifizieren. Dann kam das QTRAP® 5500 System zum Einsatz, um diese Arten-spezifischen Peptide in unbekannten Proben nachzuweisen und zu überprüfen. Bei der Detektion der Peptide greift das QTRAP® 5500 System auf das so genannte Multiple Reaction Monitoring (MRM) zurück. Damit ist es in der Lage, durch MRM-getriggerte Produktionen-Scans Sequenzinformationen zu generieren. Diese können zur Bestätigung der Peptide herangezogen werden.

Die Sequenzen von Pferde- und Rindfleischmarkern unterscheiden sich häufig nur in ein oder zwei Aminosäuren. Deshalb ist es besonders wichtig, den Analyseergebnissen bei der Unterscheidung der Fleischarten Vertrauen schenken zu können. Die neue Methode stellt die erste MRM und MRM3 Methode zum schnellen und sensitiven massenspektrometrischen Routinenachweis zweier Spezies (bis zur 0,13-0,25 Prozent) dar.

—> Originalpublikation

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Quelle: AB SCIEX




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