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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

30.12.2014

Internationaler Durchbruch für Open Access?


Die Niederländische Regierung will nach dem "Goldenen Weg" bis 2016 bis zu 60% aller Publikationen Open Access stellen und bis 2024 möglichst 100%. Sollte dies nicht erreicht werden, sind gesetzliche Regelungen vorgesehen. Diese sind in der Publikation "2025 - Vision for Science choices for the future" (S. 41-43) beschrieben.

Im Sinne dieser Politik haben die niederländischen Universitäten eine Vereinbarung mit Springer geschlossen, nach der Autoren aus den Niederlanden in allen Journals von Springer, Open Access publizieren können. Weitere Verhandlungen werden mit den Verlagen Sage, Wiley und Oxford University Press geführt. Die Verhandlungen mit Elsevier wurden vorerst abgebrochen. Eine weitere Vereinbarung dieser Art wurde wenig später zwischen dem Verlag Wiley und Großbritannien geschlossen.

Österreich (Bibliothekenkonsortium KEMÖ + FWF) war einer der Vorreiter bei ähnlichen Abkommen mit Verlagen, siehe IoP - KEMÖ - FWF oder SCOAP. Weitere Abkommen werden in nächster Zeit verhandelt. Sollten solche Abkommen mit weiteren Verlagen und Ländern abgeschlossen werden, wäre das wohl ein entscheidender Durchbruch in Richtung flächendeckendes Open Access in der Wissenschaft.

Allerdings wird das nicht alle Probleme lösen. Die Marktmacht weniger Großverlage dürfte weiterhin bestehen bleiben, ja unter Umständen sogar noch wachsen. Hier müssen Forschungsstätten, Fachgesellschaften, Fördergeber und Forschungspolitik grenzübergreifend zusammenarbeiten, um einerseits kleineren Anbietern Marktanteile zu sichern und andererseits auch wieder verstärkt in eine nicht-kommerzielle Publikationsinfrastruktur zu investieren. Jüngste Beispiele wie PEERJ, eLife, Knowledge Unlachted, Open Library of Humanities, OAPEN, Europe PubMedCentral oder die Vorschläge von OPuS und K|N Consultants weisen in die richtige Richtung. Etwas mehr Wettbewerb kann dem wissenschaftlichen Publikationssystem, da sich v.a. aus öffentlichen Mitteln speist, nicht schaden.

Die gerade angepasste Open Access Policy des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) sowie das auf neue digitale Publikationsformate erweiterte Programm Selbständige Publikationen unterstützen diesen Prozess.

—> 2025 - Vision for Science choices for the future

—> Open Access Policy des FWF

Quelle: Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF)




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