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21.11.2014

Umweltschonende Gewinnung von Indium und Germanium


Das Hauptthema auf der des Stifterrates der Dr.-Erich-Krüger-Stiftung Ende Oktober 2014 in Freiberg war die Präsentation der ersten Forschungsergebnisse des Biohydrometallurgischen Zentrums (BHMZ). Diese stellte Prof. Michael Schlömann vor und informierte über die nächsten Schritte.

"Insgesamt kann man feststellen, dass sich das BHMZ sehr dynamisch entwickelt sowie Forschung und Lehre der Bergakademie im Bereich der Biohydrometallurgie deutlich beflügelt hat", führte Prof. Michael Schlömann als Koordinator und Sprecher des Zentrums aus. Dies gelte insbesondere auch für die Zusammenarbeit mit dem universitätseigenen Bergwerk und die vielfältigen Verknüpfungen mit Forschungsinstituten und Firmen in der Region. Biohydrometallurgie bezeichnet die alternative Gewinnung von Metallen, die zunächst in eine Lösung gebracht und anschließend aus der wässrigen Lösung selektiv gewonnen werden.

"Wir begrüßen die positive Entwicklung des BHMZ. Es sind die ersten Schritte in Richtung Isolierung der wichtigen, im Erzgebirge vorkommenden Elemente Indium und Germanium, auf biologische und umweltschonende Weise", sagte Dr. h.c. Erika Krüger, Vorstandsvorsitzende der Dr.-Erich-Krüger-Stiftung. Ganz aktuell läuft in der mikrobiologischen Gruppe des BHMZ gerade der Versuch, das Mineral Sphalerit, das in Freiberg Indium enthält, mit Hilfe von Bakterien aufzulösen. Kollegen aus der Verfahrenstechnik und den chemischen Instituten untersuchen parallel, wie das wertvolle Indium durch Membranen, durch Fällungsverfahren oder durch Bildung chemischer Komplexe aus der Lösung wieder gewonnen werden kann.

Die 2006 gegründete Dr. Erich-Krüger-Stiftung fördert vor allem die anwendungsorientierte Forschung an der TU Bergakademie Freiberg. Nachdem die Stiftung schon das Krüger-Forschungskolleg Freiberger Hochdruck-Forschungszentrums (FHP) unterstützte, entschloss sich der Vorstand im Frühjahr 2012, auch in den nachfolgenden fünf Jahren wieder ein Promotionskolleg zu fördern und eine erneute Ausschreibung zu starten.

Den Zuschlag erhielt das Freiberger Biohydrometallurgische Zentrum. Seit dem 8. Mai 2013 arbeiten dort 13 Professoren aus vier Fakultäten zusammen. Auch 15 Doktoranden, deren Stellen von der Krüger-Stiftung finanziert werden, sind an der Forschungsarbeit beteiligt. Im Fokus der Forschung steht die Gewinnung der seltenen Elemente Indium und Germanium aus Sphalerit oder anderen Mineralen durch biologische Verfahren. Indium und Germanium sind strategische Rohstoffe, und für die Herstellung von High-Tech-Produkten von zentraler Bedeutung. Innerhalb der EU ist eine hinreichende Versorgung jedoch nicht gesichert. Indium wird beispielsweise zur Herstellung von Flachbildschirmen, Touchscreens, Leuchtdioden und hocheffizienten Solarzellen benötigt, Germanium für die Hochfrequenz-Technik, die Infrarot-Optik oder als Katalysator.

Quelle: Technische Universität Freiberg




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