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12.11.2014

Eines der ersten Labore für Biochemie wird Museum


Eines der weltweit ersten biochemischen Labore wird als Museum wieder öffentlich zugänglich. Vertreter der Universität Tübingen, des Tübinger Biotechnologieunternehmens CureVac und des Museums der Universität Tübingen MUT schlossen am Freitag einen Vertrag über die Neugestaltung der ehemaligen Küche auf Schloss Hohentübingen. CureVac stellt für die Sanierung und museale Wiedereinrichtung des Raumes 100.000 Euro zur Verfügung.

"Die ehemalige Schlossküche darf als Wiege der Biochemie betrachtet werden und ist damit ein weltweit herausragender wissenschaftshistorischer Ort", sagte der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler: "Hier arbeitete seit 1818 der erste deutsche Biochemiker, Carl Sigwart; hier ließ Felix Hoppe-Seyler, der das Hämoglobin benannte, das erste biochemische Labor ausbauen und hier entdeckte Friedrich Miescher im Jahr 1869 die Nukleinsäure, den Grundstoff der Erbsubstanzen DNA und RNA."

"Für uns ist die ehemalige Schlossküche ein ganz besonderer Ort", sagt Dr. Ingmar Hoerr, Mitgründer und Geschäftsführer von CureVac. "Vor 145 Jahren hat Friedrich Miescher hier das Molekül entdeckt, das heute die Basis unserer Krebsmedikamente und Impfstoffe ist. Wir sind sehr stolz darauf, dass sich die Geburtsstätte der RNA in unserer Stadt befindet. Das ist ein tolles Beispiel für generationsübergreifende Innovation made in Tübingen." Das Geld erhielt CureVac für den Vaccine Prize, den die Europäische Kommission dem Unternehmen im Frühjahr 2014 verliehen hat.

"Das Museum der Universität erhält jetzt die Chance, die historische Schlossküche als eines der ersten biochemischen Labore wieder sichtbar zu machen und dadurch die große Tradition der Tübinger Biochemie öffentlichkeitswirksam darzustellen", sagte der Leiter des MUT, Professor Ernst Seidl. "Damit kann das MUT zudem seine überregionale Attraktivität weiter ausbauen."

Die Schlossküche wird heute vor allem als Technikraum genutzt und ist für die Öffentlichkeit bislang weitgehend unzugänglich. Zukünftig werden dort die verfügbaren historischen Komponenten des biochemischen Labors als Objekte oder Bilder präsentiert. Außerdem soll über eine moderne didaktische Aufbereitung in Deutsch und Englisch die Bedeutung des Ortes vermittelt wie auch die Geschichte der Biochemie an der Universität Tübingen bis heute erläutert werden. Im Zentrum der Präsentation könnte das bislang nicht zugängliche, noch existierende Reagenzglas Friedrich Mieschers mit Nukleinsäure stehen. Die Eröffnung des Raumes ist für Herbst 2015 vorgesehen, aus Anlass des 120. Todestags von Felix Hoppe-Seyler und Friedrich Miescher. Beide Forscher starben im August 1895.

Quelle: Universität Tübingen




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