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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

05.11.2014

Bisphenol A kann über Thermopapier in den Körper gelangen


Thermopapier begegnet uns ständig: Ob Kassenbons, Quittungen oder Fahrkarten - fast jeden Tag gelangt uns eines dieser Papierzettelchen in die Hände. Ein US-amerikanisches Forscherteam von der Missouri-Universität hat eine Studie veröffentlicht, die belegt, dass der hormonell wirkende Stoff Bisphenol A (BPA) nach dem Kontakt mit Thermopapier über die Hände in den Blutkreislauf des Menschen gelangen kann.

Die Untersuchung zeigt, dass dieser Effekt nach dem Benutzen von Handdesinfektionsmittel verstärkt eintritt. Nachdem die Versuchspersonen sich die Hände desinfizierten, fassten sie einen Kassenbon an und aßen etwas mit ihren Fingern. Nach 90 Minuten fanden die Forscher erhebliche Mengen von BPA im Urin und im Blutserum der Probanden und Probandinnen.

Die französische Regierung hat deshalb von der EU ein Verbot von endokrinen Disruptoren (EDC), worunter Bisphenol A fällt, in Thermopapier gefordert. Dies wird zurzeit von der Europäischen Chemikalienagentur (EACH) überprüft.

Vor dem hormonell wirkenden BPA in Thermopapier warnen NGOs wie die britische Organisation CHEM Trust bereits seit Längerem. Bisher ist man davon ausgegangen, dass eine BPA-Aufnahme hauptsächlich von Materialien mit Lebensmittelkontakt herrührt. Dass aber Desinfektionsmittel sowie weitere Kosmetika wie Handcremes das Absorbieren verhundertfachen können, ist eine neue Erkenntnis der Forscher der Missouri-Universität.

—> Originalpublikation

Quelle: Deutscher Naturschutzring / EU Koordination




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