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27.01.2014

Forschung zu RNA-Qualitätskontrolle mit Louis-Jeantet Preis ausgezeichnet


Ähnlich einem Aktenvernichter zum Zerkleinern von unerwünschten oder potenziell gefährlichen Dokumenten, verwenden Zellen molekulare Maschinen, die unbrauchbare oder defekte Makromoleküle abbauen. Elena Conti, Direktorin am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München, entschlüsselte in atomarer Auflösung, wie defekte RNA erkannt und beseitigt wird. Für ihre Forschungsarbeiten zu dieser Form der zellulären Qualitätskontrolle wurde die Biochemikerin und Strukturbiologin jetzt mit dem Louis-Jeantet Preis für Medizin 2014 geehrt. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 700.000 Schweizer Franken (ca. 570.000 Euro) verbunden und wird von der Louis-Jeantet Stiftung am 9. April 2014 in Genf verliehen.

RNAs bilden eine große Familie von Makromolekülen, die in allen Zellen vorhanden und an vielfältigen Prozessen beteiligt sind. Dazu zählt zum Beispiel das Übersetzen genomischer Informationen in Proteine. Wenn bei der Herstellung von RNA-Molekülen Fehler auftreten oder RNAs sich unkontrolliert anhäufen, kann dies die Zelle und damit den gesamten Organismus schädigen. Der Abbau von defekten oder nicht mehr benötigten RNAs ist ein sehr wichtiger Prozess für den Stoffwechsel unserer Zellen. Die Abteilung "Zelluläre Strukturbiologie" um Elena Conti hat Strukturen und Mechanismen der molekularen Maschinen aufgeklärt, die entscheidend für diesen Prozess sind. Ihr Team konnte zeigen, wie der Exon-Junction-Komplex fest an RNA bindet und so als Markierung für fehlerhafte mRNA dient. Außerdem entschlüsselten die Max-Planck-Wissenschaftler, wie eine komplexe molekulare Maschine, das Exosom, RNAs in kleinere Stücke zerkleinert. Diese Arbeit machte deutlich, dass viele Grundprinzipien dieser Mechanismen in unterschiedlichen Lebensformen vorkommen.

"Das Preisgeld werde ich verwenden, um unsere Forschungen an den Mechanismen der RNA-Qualitätskontrolle und des RNA-Abbaus weiterzuführen und insbesondere um tiefere Einblicke in die Struktur und Regulation des Exosoms zu erhalten", sagt Elena Conti.

Quelle: Max-Planck-Institut für Biochemie (MPIB)




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