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17.03.2014

Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz feiert Jubiläum


Seit genau 10 Jahren liefert die Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) der Technischen Universität München (TUM) Neutronen für Forschung, Industrie und Medizin. Weltweit genießt die nach neuesten Sicherheitsstandards gebaute Anlage einen so exzellenten Ruf, dass die Messzeit an den mittlerweile 27 Instrumenten doppelt überbucht ist. Am 12. März 2014 feiert die TU München das zehnjährige Jubiläum mit einem Festakt im Physik-Department.

Am 2. März 2004 lieferte die neue Forschungs-Neutronenquelle in Garching erstmals Neutronen. Seither gehört sie zu den leistungsfähigsten Neutronenquellen weltweit. Mit einem Festakt im Physik-Department feierte die TU München das zehnjährige Jubiläum. Neben namhaften Vertretern aus der Wissenschaft sprechen als Ehrengäste der ehemalige Bayerische Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber sowie der amtierende Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle. Das Bundesforschungsministerium repräsentiert Ministerialdirigent Dr. Karl-Eugen Huthmacher.

Weltweit hat der FRM II sich in den vergangenen Jahren einen exzellenten Ruf erarbeitet. Jährlich kommen rund 1000 Gastwissenschaftler nach Garching, um dort Messungen durchzuführen. Neben der TU München betreiben in der Anlage mehrere Universitäten, Institute der Max-Planck-Gesellschaft, das Forschungszentrum Jülich sowie die Helmholtz-Zentren Geesthacht und Berlin Experimente. Seit Anfang 2013 firmiert dieser Zusammenschluss unter dem Namen "Heinz Maier-Leibnitz Zentrum" (MLZ).

Aus den zunächst 15 Instrumenten sind mittlerweile 27 geworden, weitere fünf sind im Bau. Südlich der alten Reaktorkuppel kam 2005 ein Industrielles Anwenderzentrum hinzu, in dem vor allem Radioisotope für medizinische Anwendungen hergestellt werden. 2009 wurde mit dem Instrument NEPOMUC die weltweit stärkste Positronenquelle in Betrieb genommen. 2012 erzielte das Instrument PGAA den Weltrekord für den stärksten und reinsten Neutronenstrahl.

Die Neutronenforschung am 1957 in Betrieb genommenen FRM I - das legendäre "Atom-Ei" - war die Keimzelle des Forschungscampus Garching. Mittlerweile studieren und forschen auf dem Campus mehr als 13.000 Studierende und rund 6000 Mitarbeiter. Schon 1979 begannen Planungen, die Garchinger Neutronenquelle durch eine neue, leistungsfähigere zu ersetzen. Im August 1996 begann der Bau der neuen Anlage; 2004 konnte sie endlich eröffnet werden, nach langen, erbitterten politischen Kontroversen.

"Schon frühzeitig hat die Bayerische Staatsregierung den Übergang hin zur Wissensgesellschaft aktiv gestaltet und massiv gefördert. Der FRM II ist ein wichtiger Baustein dieser Strategie. Rückblickend kann man sagen: Die Investition hat sich gelohnt. Dieser Leuchtturm der Innovation liefert wichtige Impulse für Wissenschaft und Wirtschaft und nutzt damit dem Standort Bayern und dem Standort Deutschland", sagte der ehemalige Bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber beim Festakt.

Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle hob besonders die weltweit einzigartige Vielseitigkeit des FRM II hervor: "In der Forschung hat sich der FRM II einen internationalen Ruf als Forschungseinrichtung der Spitzenklasse erworben. Die außergewöhnliche Qualität des Neutronenflusses eröffnet auf zahlreichen Forschungsfeldern völlig neue wissenschaftliche Perspektiven - in den Materialwissenschaften, in der Energieforschung, in der Physik oder in der Medizin. Neben der herausragenden wissenschaftlichen Qualität erfüllt der FRM II auch in der Bildung eine wichtige Aufgabe: Seit seiner Eröffnung haben mehr als 6000 Schüler und Lehrkräfte sowie mehr als 6000 Studierende die Anlage besucht."

"Das Licht der Neutronen gewährt uns einzigartige Einblicke in das Innere verschiedenster Materialien bis auf die Ebene der Atome und Moleküle. Die hier gewonnenen Erkenntnisse sind die unverzichtbare Basis für die Entwicklung neuer Technologien, die das Leben der Menschen nachhaltig verbessern", sagte TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann. Er hob den Mut der politischen Akteure hervor, durch den "die größte Infrastrukturmaßnahme in der Geschichte unserer Universität" realisiert werden konnte.

"Der FRM II ist die modernste in Deutschland gebaute Reaktoranlage und hat sich in den vergangenen zehn Jahren entgegen mancher Bedenken als höchst zuverlässig erwiesen", sagte der Technische Direktor des FRM II, Anton Kastenmüller. "Wir entwickeln Anlage und Nutzungsmöglichkeiten ständig weiter. Die TUM wird daher auch noch in vielen Jahren eine der leistungsfähigsten Neutronenquellen der Welt haben und diese im Dienste unserer Gesellschaft für Wissenschaft, Forschung, Industrie und Medizin betreiben."

Quelle: Technische Universität München




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