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07.02.2013

BMBF-Forschungspreis für neue Erkenntnisse auf dem Gebiet ionischer Flüssigkeiten


Der Rostocker Chemiker Prof. Dr. Udo Kragl (51) wurde mit einem Forschungspreis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Strategieprozesses Biotechnologie 2020+ ausgezeichnet. Verbunden mit dem Preis ist eine Projektförderung in Höhe von 1,8 Millionen Euro über die nächsten fünf Jahre, "die wir zum Aufbau einer Nachwuchswissenschaftlergruppe im Bereich Biokatalyse und ionische Flüssigkeiten nutzen werden", kündigt Professor Kragl an. Kragl ist Lehrstuhlinhaber für Technische Chemie und Dekan der Interdisziplinären Fakultät der Universität Rostock.

Gewürdigt wurden mit dem Preis die langjährigen innovativen Ansätze zur Kombination von ionischen Flüssigkeiten und Biokatalyse. "Während die Biokatalyse seit Jahrzehnten wegen der selektiven und effizienten Reaktionsbedingungen im Bereich der Herstellung von Feinchemikalien und Pharmabausteinen fest etabliert ist, haben ionische Flüssigkeiten als neuartige Klasse von Lösungsmitteln erst in der letzten Dekade eine Reihe von neuen Anwendungsfeldern erschlossen", erläutert der Wissenschaftler. Ihre speziellen Eigenschaften ermögliche spezielle Kombination von darin gelösten Stoffen, zum Beispiel für die Stabilisierung von Enzymen als Biokatalysatoren oder als selektives Extraktionsmittel für Biomoleküle. Die Anwendungsgebiete ionischer Flüssigkeiten sind schier unbegrenzt. Sie können bei der Zellulosespaltung oder Optimierung von Schmiermitteln eingesetzt werden, ebenso aber auch für neuartige Klebstoffe oder in der Medizin.

"Damit wird unser Ringen um neue Anwendungen und das über Jahre hinweg konstante Erbringen von Höchstleistungen unserer Wissenschaftler, um die entscheidende wissenschaftliche Publikation als Erster einzureichen und auf Tagungen neue Ergebnisse vorzustellen, belohnt", freut sich Prof. Kragl.

Ionische Flüssigkeiten sind neben neuen Materialien und Katalyse ein ausgewiesener Forschungsschwerpunkt des Instituts für Chemie der Universität Rostock. Nicht zuletzt war mit Paul Walden vor fast 100 Jahren ein Pionier der Forschung zu ionischen Flüssigkeiten im Rostocker Institut für Chemie tätig, auch wenn der Begriff ionische Flüssigkeit für diese Substanzklasse erst deutlich später eingeführt wurde.

Quelle: idw/Universität Rostock




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