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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

12.12.2013

2014 ist das Internationale Jahr der Kristallographie


Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat 2014 zum Internationalen Jahr der Kristallographie erklärt. Die UNESCO hat die Federführung für das Wissenschaftsjahr. Es soll an den hundertsten Jahrestag der Entstehung der modernen Kristallographie erinnern und ihre Bedeutung für das Verständnis der materiellen Beschaffenheit der Welt bewusst machen.

Kristallographie ist die Wissenschaft von den Kristallen. Sie erforscht die Struktur und Eigenschaften von Kristallen, ihre Entstehung und Anwendungsmöglichkeiten. Erste Ansätze zu einer systematischen Beschreibung von Mineralien gab es schon vor fast 2.500 Jahren. Im 16. Jahrhundert führten wissenschaftliche Untersuchungen des sächsischen Gelehrten Georgius Agricola und von Johannes Kepler zu ersten wichtigen Erkenntnissen über die äußere Form von Kristallen und ihre geometrischen Eigenschaften. 1801 führte René-Just Haüy den Begriff der "Symmetrie" in einer formalen Definition in die Kristallographie ein. Das Symmetriegesetz bildete die Grundlage für weitere Forschungen zur Bestimmung der kristallographischen Raumgruppen. Der Beweis, dass Kristalle dreidimensional periodisch aufgebaut sind, gelang Max von Laue mit Hilfe der Röntgenbeugung. Für seine Arbeit erhielt von Laue 1914 den Nobelpreis für Physik. Er gilt als der Begründer der modernen Kristallographie. An die Entstehung der Kristallographie vor 100 Jahren soll das UN-Jahr erinnern.
Nährboden für Grundlagenforschung

Welche bedeutsamen wissenschaftlichen Errungenschaften die Kristallographie zu verzeichnen hat, zeigt sich an den dreiundzwanzig Nobelpreisen, die auf diesem Gebiet verliehen wurden. Bis heute bietet die Kristallographie einen Nährboden für neue und vielversprechende Grundlagenforschung. In der Resolution zum UN-Jahr heißt es, "dass unser Verständnis der materiellen Beschaffenheit der Welt vor allem auf unseren Kenntnissen der Kristallographie gründet".

Kristallographie ist unverzichtbar für die Bewältigung von Krankheiten und Umweltproblemen, da sie Protein- und Kleinmolekülstrukturen identifizieren hilft, die für die Entwicklung von Medikamenten wesentlich sind, und Lösungen für Pflanzen- und Bodenkontamination bietet. Das Jahr 2014 soll die große Bedeutung der Kristallographie im Bereich der Medizin, in der Nanotechnologie und in der Biotechnologie unterstreichen.
Eröffnungsveranstaltung im Januar 2014 in Paris

Die UN-Generalversammlung hat die UNESCO damit beauftragt, das Jahr der Kristallographie in Zusammenarbeit mit der Internationalen Union für Kristallographie, dem Weltwissenschaftsrat sowie maßgeblichen UN-Organisationen und nichtstaatlichen Organisationen umzusetzen. Die Eröffnungsveranstaltung des Wissenschaftsjahres wird am 20. Januar 2014 am Sitz der UNESCO in Paris stattfinden, es schließen sich regionale Gipfel in Südafrika, Pakistan und Brasilien an und eine Initiative mit Unterstützung der Hersteller von Diffraktometern wird Studenten aus Entwicklungsländern moderne Laborarbeit ermöglichen.

—> Weitere Informationen

Quelle: Deutsche UNESCO-Kommission


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