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03.01.2013

Bessere Werkzeuge zur Genfunktionsanalyse - Förderung für geplantes Spin-Off der Uni Regensburg


Ein neues Projekt an der Universität Regensburg entwickelt kostengünstige Verfahren zur Herstellung besserer Werkzeuge zum Einsatz der RNA-Interferenz in den Biowissenschaften. Die Regensburger Forscher werden in den kommenden Monaten mit etwa 500.000 Euro gefördert. Ziel ist die Gründung eines eigenständigen Spin-Off-Unternehmens.

Technologien zur RNA-Interferenz (RNAi) haben sich als Standard-Methoden zur Untersuchung von Genen etabliert. Die RNAi ist ein natürlicher Mechanismus in Zellen von Lebewesen, der einer gezielten Abschaltung von Genen dient. In den Biowissenschaften kann der Mechanismus prinzipiell auf jede RNA-Sequenz übertragen werden und stellt damit ein ideales Werkzeug dar, um Gene vorübergehend zu blockieren und so deren Funktion zu verstehen. Durch Einbringung kurzer doppelsträngiger RNA-Moleküle (small interfering RNAs, siRNAs), die in ihrer Sequenz einem stillzulegenden Zielgen entsprechen, kann dessen Funktion unterdrückt werden. Allerdings hat sich gezeigt, dass die bislang verwendeten RNAi-Reagenzien nicht optimal wirken: So kann eine ausreichende Stilllegung des Zielgens nicht garantiert werden. Zudem sind auch immer andere Gene als das Zielgen - "Off-Targets" - betroffen. Dadurch ergeben sich häufig fehlerhafte Aussagen zur Funktion des eigentlich untersuchten Gens.

Einem Forscherteam der Universität Regensburg gelang es, Lösungsansätze für die Verbesserung von RNAi-Reagenzien zu entwickeln. Diese sollen nun industrietauglich umgesetzt werden. Das Projekt "Komplexe siRNA-Pools als neuartige RNAi-Reagenzien" wird dazu in den nächsten 18 Monaten vom Bundeswirtschaftsministerium mit einer halben Million Euro im Rahmen des Förderprogramms "EXIST-Forschungstransfer" gefördert. Prof. Dr. Gunter Meister vom Lehrstuhl für Biochemie I der Universität Regensburg steht dem Vorhaben als Mentor zur Seite; Projektleiter ist Dr. Michael Hannus. Am Ende des Förderzeitraums soll die Gründung eines Spin-Off-Unternehmens stehen.

Ein Ansatz zur Verbesserung der Effizienz von RNAi-Reagenzien besteht in der Verwendung von Mischungen unterschiedlicher siRNAs mit dem gleichen Zielgen. So können deren Effekte auf das Zielgen gezielt konzentriert werden, während sich die "fehlerhafte" Unterdrückung anderer Gene durch Verwendung von mehreren siRNAs stark verdünnen lässt. Bisher ist die Herstellung solcher komplexer siRNA-Mischungen jedoch sehr teuer. Durch eine in der Arbeitsgruppe von Meister - in Zusammenarbeit mit dem Martinsrieder Biotech-Unternehmen Intana Bioscience GmbH - entwickelte neue Methode könnten komplexe Mischungen genau definierter siRNAs, sogenannte "siPools", nun bei weitem preiswerter hergestellt werden. Die Methode basiert auf verschiedenen enzymatischen Schritten anstelle des bisher verwendeten, kostspieligen chemischen Syntheseweges. Profitieren wird beispielsweise die Arzneimittelentwicklung, da bei vielen Krankheiten die Funktion einzelner Gene gestört ist.

Das Förderprogramm "EXIST-Forschungstransfer" unterstützt herausragende und forschungsbasierte Gründungsvorhaben, die mit aufwändigen und risikoreichen Entwicklungsarbeiten verbunden sind. Die Förderung des Regensburger Projekts soll die Weiterentwicklung der siPool-Technologie bis zur Marktreife, die Testung - auch im Vergleich zu Konkurrenzprodukten - sowie die Ausarbeitung eines Businessplans und den Aufbau betriebswirtschaftlicher Strukturen ermöglichen. So können die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Unternehmensgründung geschaffen werden. Unterstützung bei der Beantragung der Förderung sowie im weiteren Projektverlauf erhält das Forscherteam an der Universität Regensburg durch die an der Technologietransferstelle FUTUR angesiedelte Gründerberatung im Rahmen des Projektes "Pro Gründergeist".

Quelle: idw/Universität Regensburg




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