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15.07.2013

Chemiekonjunktur stagniert im 1. Halbjahr 2013


Produktion und Umsatz der deutschen chemischen Industrie stagnierten in der ersten Jahreshälfte. Für das Gesamtjahr rechnet der VCI mit einem Plus von je 1,5 Prozent. Die Programme der großen Parteien zur Bundestagswahl geben aus Sicht des VCI keine ausreichenden Antworten, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes voranzubringen. Mit Sorge betrachtet er vor allem die Energie-, Steuer-, Gesundheits- und Forschungspolitik.

Die erste Hälfte des Jahres 2013 war für die chemische Industrie in Deutschland durchwachsen: Das schwächere Geschäft im Inland wurde durch eine Zunahme der Exporte ausgeglichen. Vor allem die Ausfuhren nach Europa entwickelten sich erfreulich. Insgesamt aber stagnierten Produktion und Umsatz von Deutschlands drittgrößter Branche auf dem Vorjahresniveau, berichtet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt.

"Angesichts der Situation im Euroraum ist das erklärbar. Gemessen an unseren Konkurrenten in Europa schneidet die deutsche Chemie sogar noch relativ gut ab", bewertete VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley das Ergebnis der Branche. Er wies jedoch darauf hin, dass die Chemieproduktion in Deutschland derzeit immer noch 3 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2007 liegt, ohne Pharma sind es sogar 6 Prozent. "Insofern können wir nicht zufrieden sein", sagte Kley.

Trotz der schwachen Chemiekonjunktur in der ersten Jahreshälfte halten sich pessimistische und optimistische Geschäftserwartungen in den Unternehmen die Waage. Dass die deutsche Wirtschaft in eine Rezession abgleitet, erwartet die Branche nicht. Für das Gesamtjahr 2013 geht der VCI deshalb weiterhin von einem Zuwachs der Chemie-Produktion um 1,5 Prozent aus. Als maßgebliche Faktoren sieht der VCI ein leicht wachsendes Inlandsgeschäft, steigende Ausfuhren in die europäischen Nachbarländer und anziehende Exporte nach Übersee.

Der Beschäftigungsaufbau der letzten 24 Monate kam im ersten Halbjahr 2013 zum Erliegen. Die Zahl der Arbeitsplätze in den deutschen Chemieunternehmen blieb auf Vorjahresniveau. Die Branche beschäftigt aktuell rund 434.300 Mitarbeiter.

Bei stagnierenden Produktionsmengen und stabilen Preisen konnte die Chemie mit 90,8 Milliarden Euro den Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahr nicht ausweiten. Während das Geschäft im Inland um 1 Prozent auf 35 Milliarden Euro zurückging, weil die industriellen Kunden weniger Chemikalien orderten, stieg der Auslandsumsatz um 0,5 Prozent und erreichte ein Volumen von 55,8 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr kam es zu einer leichten Entspannung auf den Rohstoffmärkten. Vor dem Hintergrund der schwächeren Weltkonjunktur und einer Ausweitung der Förderung gaben die Preise für Rohstoffe und Energie etwas nach. Der bisherige Preisauftrieb bei chemischen Erzeugnissen setzte sich dadurch nicht fort.

Die Exporte, die neben den Auslandsumsätzen der Chemieunternehmen auch Re-Exporte sowie Exporte von Chemikalien aus anderen Wirtschaftszweigen ins Ausland enthalten, legten im ersten Halbjahr um 4 Prozent auf 82,2 Milliarden Euro zu.

Die Exporte nach Nordamerika gingen um 2 Prozent zurück. Dies war jedoch allein Sonderfaktoren aus dem Pharmageschäft geschuldet. Die Exporte der übrigen Chemiesparten in die NAFTA-Region verzeichneten ein Plus von 4 Prozent.

Erfreulich entwickelten sich im ersten Halbjahr die Chemie-Ausfuhren nach Europa mit einem Plus von 6 Prozent. VCI-Präsident Kley wertet diese Entwicklung als "positives Zeichen, aber noch nicht als definitives Entspannungssignal" für den Heimatmarkt der Branche.

Die Einfuhr chemischer Erzeugnisse lag im ersten Halbjahr 2013 mit 54,1 Milliarden Euro 0,5 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

Die Bilanz des Außenhandels der chemischen Industrie blieb wie gewohnt stark positiv: Mit 28,1 Milliarden Euro leistete die Branche im ersten Halbjahr 2013 einen erheblichen Beitrag zum Exportüberschuss Deutschlands.

Quelle: Verband der Chemischen Industrie (VCI)




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