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21.06.2013

Der Bedeutung von Steroidhormonen auf der Spur


Steroidhormone sind für unseren Körper von essentieller Bedeutung. Diese Botenstoffe regulieren unter anderem den Stoffwechsel, das
Herz-Kreislauf-System und die Fortpflanzung. Wissenschaftler um Biochemie-Professorin Rita Bernhardt von der Universität des
Saarlandes untersuchen, welche Rolle bestimmte Steroid-Formen auf molekularer Ebene spielen. Die Forscher arbeiten dabei eng mit
Kollegen der Justus-Liebig-Universität Gießen zusammen. Die Arbeit wird bereits seit 2010 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
gefördert. In einer zweiten Förderperiode unterstützt die DFG das Vorhaben nun für weitere drei Jahre mit 2,1 Millionen Euro. Hiervon gehen über 200.000 Euro ins Saarland.

Ohne dass wir uns dessen bewusst sind, regeln Hormone viel in unserem Körper: Sie sorgen unter anderem dafür, dass wir abends müde werden und morgens wach, dass die Körperzellen Zucker abbauen oder dass unsere Muskeln wachsen. Zudem spielen sie auch bei der Fortpflanzung eine wichtige Rolle. Welche Bedeutung insbesondere die Steroidhormone dabei einnehmen, erforschen Biochemiker der Saar-Uni gemeinsam mit Kollegen aus Gießen.

Die Forscher interessieren sich vor allem für eine bestimmte Form der Steroide: die sulfatierten Steroide. Hierbei handelt es sich um
Hormonmoleküle, die zusätzlich noch eine Schwefelverbindung besitzen und so auch in unserem Körper vorkommen. "Früher ging die Wissenschaft davon aus, dass diese Form der Steroide als Speicher oder als Reserve dient, da sie doch in einer erheblichen Konzentration im
Körper vorkommt", erklärt Rita Bernhardt, Professorin für Biochemie an der Universität des Saarlandes. Mittlerweile lassen Forschungsergebnisse aber den Schluss zu, dass diesen Steroiden eine zusätzliche Bedeutung zukommt. So konnten die Saarbrücker Forscher bereits zeigen, dass die Sulfat-Formen die Synthese der Steroidhormone regulieren. "Die Moleküle aktivieren bestimmte Syntheseschritte und blockieren an anderer Stelle verschiedene Reaktionen", berichtet Rita Bernhardt weiter. "Wir möchten in den kommenden Jahren herausfinden, an welchen Punkten genau die sulfatierten Steroide die Synthese der Hormone aktiveren und wo sie sie hemmen." Die Ergebnisse der Saarbrücker Forscher können eines Tages helfen, grundlegende Prozesse der Fortpflanzung und des Hormonhaushaltes besser zu verstehen.

Die Wissenschaftler der Universität des Saarlandes arbeiten hierbei mit Kollegen der Justus-Liebig-Universität Gießen im Rahmen des von
der DFG unterstützten Forschungsvorhabens "Sulfatierte Steroide im Reproduktionsgeschehen" zusammen. Das Projekt läuft bereits seit 2010. Bei einer Begutachtung sprach sich im November 2012 ein internationales Gutachtergremium für die Fortsetzung des Projektes aus. Die DFG fördert die Arbeit der Forscher aus Saarbrücker und Gießen in den kommenden drei Jahren mit 2,1 Millionen Euro, über 200.000 Euro davon gehen ins Saarland.

Quelle: Universität des Saarlandes




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