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05.06.2013

Bundesumweltministerium und VCI arbeiten bei Human-Biomonitoring weiter zusammen


Das Bundesumweltministerium (BMU) und der Verband der Chemischen Industrie (VCI) setzen ihr 2010 begonnenes Kooperationsprojekt zur Weiterentwicklung des Human-Biomonitoring fort. Das ist das Ergebnis der gemeinsamen Bewertung der dreijährigen Pilotphase des Projekts, die im Februar 2013 zu Ende gegangen ist. Ziel der Kooperation ist es, die Kenntnisse über chemische Stoffe zu verbessern, die vom menschlichen Organismus aufgenommen werden. Es geht dabei maßgeblich um die Entwicklung neuer Analysemethoden für Stoffe, die im Organismus derzeit noch nicht gemessen werden können.

Bisher konnten im Rahmen des Projekts bereits neue Analysemethoden für die chemischen Stoffe DINCH, DPHP und MDI erarbeitet werden. Diese Analysemethoden werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft validiert. Bei den drei Stoffen handelt es sich um Chemikalien, die verbrauchernah eingesetzt werden: als Kunststoff-Weichmacher und als Bestandteil von Einkomponentenschaum zur Fixierung und Dämmung von Fenster- und Türrahmen. Die neuen Messmethoden werden nun auch in geeigneten Untersuchungen in der Allgemeinbevölkerung eingesetzt.

An der Entwicklung von Nachweisverfahren für andere Stoffe arbeiten die Kooperationspartner parallel. Sie haben für dieses Jahr weitere fünf Substanzen bestimmt, für die erstmals eine Messmethode entwickelt werden soll. Bei der Auswahl der Stoffe werden BMU und VCI durch einen hochrangig besetzten Expertenkreis aus der Forschung, der Industrie und einschlägigen Fachbehörden beraten.

Konkret handelt es sich bei den neuen Stoffen um Di-(2-ethylhexyl)terephthalat (DEHTP), Tri-(2-ethylhexyl)trimellitat (TOTM), Alkansulfonsäurephenylester (ASE), 2,6-Di-tert-butyl-p-kresol (BHT) und Octylmethoxycinnamat (OMC). Sie finden als Phthalat-Ersatzstoffe, Kunststoff-Weichmacher, Antioxidantien und UV-Filter Verwendung.

Das Bundesumweltministerium und der Chemieverband VCI haben bei ihrer Kooperation zum Human-Biomonitoring Stoffe im Blick, die von der Bevölkerung möglicherweise vermehrt aufgenommen werden oder die eine besondere Gesundheitsrelevanz haben könnten, die aber bislang im menschlichen Körper nicht messbar sind. Bis 2020 sollen für bis zu fünfzig gemeinsam ausgewählte Stoffe oder Stoffgruppen Analysemethoden entwickelt werden.

Für die Methodenentwicklung der Nachweisverfahren hat der VCI die Verantwortung übernommen. Für die Anwendung der Methoden in geeigneten Untersuchungen liegt die Verantwortung beim BMU, das hier eng mit dem Umweltbundesamt zusammenarbeitet.

Die Entwicklung von Analysemethoden ist ein aufwändiger und kostenintensiver Prozess. Gelingt es aber in den kommenden Jahren, für bis zu 50 Stoffe neue Analysemethoden zu entwickeln, sind damit erhebliche Erkenntnisgewinne verbunden, wie die reale Belastung der Bevölkerung mit wichtigen Industriechemikalien aussieht. Bisher muss allzu oft auf modellhafte Annahmen zurückgegriffen werden, mit denen gesundheitliche Risiken leicht über- oder unterschätzt werden.

Human-Biomonitoring ist für den gesundheitsbezogenen Umweltschutz ein zentrales Informations- und Kontrollinstrument. Die Daten können als Frühwarnsystem für bisher nicht erkannte Belastungen dienen. Ob der Nachweis eines Stoffes mit einer gesundheitlichen Belastung einhergeht, bedarf einer Risikobewertung, die u.a. medizinische und toxikologische Erkenntnisse heranzieht. Entsprechende Bewertungen nimmt die Human-Biomonitoring-Kommission beim Umweltbundesamt vor. Human-Biomonitoring liefert außerdem wissenschaftlich fundierte Daten darüber, ob Verbote oder Beschränkungen bedenklicher Stoffe tatsächlich zu einem Rückgang der Belastung in der Bevölkerung geführt haben.

In der chemischen Industrie stellt das Human-Biomonitoring ein wichtiges Werkzeug der arbeitsmedizinischen Vorsorge dar. Die in diesem Bereich seit vielen Jahren gewonnenen Erfahrungen bringt der VCI in die Zusammenarbeit mit dem BMU ein. Mit ihrem Engagement unterstreicht die chemische Industrie die hohe Bedeutung der Produktsicherheit für ihr "Responsible-Care"-Programm.

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)




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