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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

24.04.2013

Dokumentenfälschern auf der Spur


Um Dokumente aus Papier zuverlässig auf ihre Echtheit zu überprüfen, waren bislang aufwendige chemische oder spektroskopische Analysen notwendig. Eine ehemalige Mitarbeiterin der AG Farle hat nun eine deutlich simplere Methode zumindest für moderne Dokumente entdeckt: Die Spur der Tonerpartikel verrät den Drucker.

Die Physikerin Dr. Anna Semisalova, die im Jahr 2008 im SFB 445 "Nanopartikel aus der Gasphase" und in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Michael Farle erste Erfahrungen in der Analyse magnetischer Nanopartikel gesammelt hat, ist heute Expertin für Magnetometrie, also für die Vermessung der magnetischen Eigenschaften von Materialproben. Seit fünf Jahren ist sie mittlerweile an der Lomonossow-Universität in Moskau beschäftigt.

Während ihrer Arbeit an schwach magnetischen Materialproben untersuchte die junge Frau eines Tages aus reiner Neugier einen Buchstaben, den sie zuvor aus einem bedruckten Papier herausgeschnittenen hatte. Dieser millimetergroße Textschnipsel erzeugte zu ihrer Überraschung ein starkes ferromagnetisches Signal, er war also stark magnetisch. Daraufhin untersuchte Semisalova weitere Textproben verschiedener Laserdrucker. Das Ergebnis: Alle Schriftproben waren magnetisch und die Form der Messkurve unterschied sich je nach Druckertyp und Hersteller so deutlich, dass Rückschlüsse auf die Quelle eines Dokuments möglich waren.

Verantwortlich für diese Signaturen sind Magnetitpartikel im Toner, die dazu dienen, die Farbpigmente beim Drucken von der Tonerkartusche auf das Papier zu bekommen. Dort bleiben sie - und geben damit Auskunft über Herkunft und Geschichte eines Ausdrucks. Anna Semisalova ist deshalb überzeugt: Die Magnetanalyse könnte schnell Anhaltspunkte liefern, ob ein fragwürdiges Dokument echt ist, ohne die Textprobe dafür wie bisher aufwendig präparieren zu müssen. So hält sie es für denkbar, eine Datenbank mit den magnetischen Fingerabdrücken aller kommerziellen Laserdrucker aufzubauen, um im Verdachtsfall vergleichen zu können.

"Wir freuen uns über die internationale Anerkennung, die unsere frühere Mitarbeiterin Dr. Anna Semisalova für ihre neuesten Arbeiten zur Identifikation von Magnetsignaturen in gedruckten Dokumenten gefunden hat", so Farle.

Quelle: CENIDE - Center for Nanointegration Duisburg-Essen




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