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23.04.2013

Proben für die Forschung schneller finden


Verschiedenartige deutsche Biobanken können ab jetzt simultan fall- und probengenau durchsucht werden. Dies wird künftig die Vereinbarung medizinischer Forschungsprojekte entscheidend beschleunigen. Das Fraunhofer- Institut für Biomedizinische Technik IBMT hat hierfür ein Projektportal entwickelt und dieses über eine gemeinsam mit der TMF konzipierte Schnittstelle in das Deutsche Biobanken-Register integriert. So sind Register und Projektportal mit einer einmaligen Registrierung zugänglich.

Biobanken gehören zu den wichtigsten Ressourcen der medizinischen Forschung. Sie ermöglichen es, Ursache und Verlauf von Krankheiten auf molekularer Ebene aufzuklären und neue Therapien zu entwickeln. Spezifische humane Bioproben und die zugehörigen Daten für die Forschung rasch aufzufinden und über diese Information bereits für die Machbarkeitsanalyse geplanter Projekte zu verfügen, ist jedoch noch immer ein weitgehend ungelöstes Problem. Nach wie vor werden personelle und finanzielle Ressourcen, die eigentlich der Forschung zugutekommen sollten, für die vermeintlich triviale Probensuche aufgewendet. Über das Projektportal können nun die angebundenen Biobanken online durchsucht werden. Die Suche läuft - datenschutz-gerecht - auf anonymisierten Daten.

Am Aufbau des Projektportals haben sich zunächst sechs Biobanken beteiligt: BioPsy, ColoNet, Komp-Net HIV/AIDS, Pediatric Diabetes Biobank, GHRC / HIV-Bank und PopGen. Mit der Integration der anonymisierten Daten dieser sehr unterschiedlichen Biobanken stellt das Fraunhofer IBMT erstmals eine gemeinsame Web-basierte Plattform für ganz verschiedene krankheitsspezifische Biobanken und eine epidemiologische Kohorte zur Verfügung. Damit ist der "Proof of Concept" einer für alle Bereiche der medizinischen Forschung gleichzeitig nutzbaren gemeinsamen Biobanken-Plattform erbracht.

Das Projektportal steht allen im DeutschenBiobanken-Register verzeichneten Bioban-ken zur Integration ihrer Daten offen und wird vom Fraunhofer IBMT stetig weiter entwickelt. Die Biobankpartner werden über den allen ethischen und rechtlichen Anforderungen genügenden Datenbankvertrag eingebunden und erhalten im Gegenzug die erforderliche Datenbankstruktur und Software vom IBMT.

Seinen Nutzen wird das Projektportal vor allem dann entfalten, wenn autorisierte Forscher damit mehrere Biobanken verschiedener Trägerinstitutionen - wie z.B. Tumorbanken an verschiedenen Universitätskliniken - simultan für eine bestimmte Forschungs-Fragestellung durchsuchen können. "Mit dem Projektportal, d.h. mit der web-basierten Fall- und Proben-genauen Suche über ganz verschiedenartige Biobanken verfügen wir jetzt in Deutschland über eine auch im internationalen Vergleich weit fortgeschrittene gemeinsame Infrastruktur" begründet Prof. Jens Habermann, Koordinator der Norddeutschen Tumorbank Darmkrebs (ColoNet), das Interesse deutscher Biobanken an der neuen Plattform.

—> zum Deutschen Biobanken-Register

Quelle: Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT)




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