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11.03.2013

Nanopartikel in aller Munde? - Lebensmittelanalytik steht vor Herausforderungen


Nanopartikel finden sich heutzutage in einer Vielzahl von Kosmetika und Lebensmitteln. Ab Juli 2013 beginnt eine EU-weite Kennzeichnungspflicht für kosmetische Produkte mit Zusätzen von Nanomaterialien. Auch für Lebensmittel wird ab Januar 2014 solch eine Kennzeichnungspflicht stufenweise eingeführt. Voraussetzung für eine Überwachung ist eine standardisierte und verlässliche Analytik. Daher steht dieses Thema auch auf der Arbeitstagung des Regionalverbands (RV) Südost der Lebensmittelchemischen Gesellschaft (LChG), Fachgruppe der Gesellschaft Deutscher Chemiker, am 14. und 15. März in Dresden auf der Agenda.

Nanomaterialien halten zunehmend Einzug in Alltagsgegenstände wie kosmetische Produkte oder Lebensmittel. Dabei handelt es sich - je nach Definition - um Materialien bei denen eine oder mehrere Abmessungen kleiner als 100 Nanometer (nm) sind. Dies gilt sowohl für die äußeren Dimensionen als auch im Falle poröser Materialien für deren innere Struktur. Die Europäische Union beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Definition von ,Nanomaterial' und der Kennzeichnungspflicht für Produkte, die solche Stoffe enthalten. Mit den Verordnungen 1223/2009 für Kosmetika und 1169/2011 für Lebensmittel beginnt in naher Zukunft die EU-weite Kennzeichnungspflicht für diese Produktgruppen. Damit einhergehend müssen die Produkte auf Nanomaterialien untersucht werden. Hier setzt die Analytik an und steht noch vor einigen Herausforderungen.

Beispielhaft zeigt dies der Vortrag von Dr. Olf Richter von der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen. Richter trägt auf der Arbeitstagung des RV Südost der LChG zu dieser Problematik vor. In seinem Beitrag "Nanopartikelanalytik in komplexen Matrices (Kosmetik)" weist der Vortragende darauf hin, dass bislang keine standardisierten Methoden zur Erfassung von Nanomaterialien in Kosmetika oder Lebensmittel vorliegen. Als Lösungsansatz stellt Richter die an seiner Arbeitsstätte verwendeten Techniken vor. Dabei handelt es sich um statische und dynamische Lichtstreuung, sowie die Einzelpartikelanalyse mittels Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (SP-ICP-MS). Zur Diskussion der Vor- und Nachteile dieser Techniken, zeigt Richter die Untersuchungen am Beispiel von Zahnpasta und einer Creme, die mit Titandioxid- und/oder Silbernanopartikel zwei der aktuell weitverbreitetsten Nanomaterialen in Verbrauchsgütern enthalten. Daneben geht der Vortrag auch auf Probleme bei der Probenvorbereitung ein und zeigt weitere Verfahren wie Nanofiltration und Elektronenmikroskopie, die nach Ansicht Richters zur Ergebnisabsicherung herangezogen werden können und sollten.

Die LChG-Tagung bietet daneben weitere interessante Beiträge beispielweise zu Lebensmittelbestrahlung oder Sicherheitsbewertung gentechnisch veränderter Lebensmittel. Die ergänzten und aktualisierten Kurzfassungen von Diskussionsbeiträgen werden nach der Veranstaltung in der Zeitschrift "Lebensmittelchemie" veröffentlicht.

Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)




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