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11.03.2013

EU-Projekt zur Überwachung des Drogenkonsums mit massenspektrometrischen Verfahren gestartet


Das Ausmaß des Drogenkonsums durch Abwasser-Epidemiologie zu überwachen - dies ist das Ziel eines neuen Forschungsverbundes namens "SEWPROF", der von der Europäischen Union in den nächsten drei Jahren mit über 4 Millionen Euro gefördert wird. Davon gehen ab März 300.000 Euro an die Abteilung für Experimentelle und Klinische Toxikologie in Homburg. Neben der Universität des Saarlandes sind weitere europäische Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen und Unternehmen beteiligt.

An einem neuartigen Überwachungssystem, welches das Ausmaß des Konsums von alten und neuen Missbrauchsdrogen innerhalb der europäischen Union mittels Abwasseranalyse registriert, arbeitet ein neuer EU-weiter Forschungsverbund im Projekt "SEWPROF". Die Abkürzung steht für "A new paradigm in drug use and human health risk assessment: Sewage profiling at the community level". Ziel der beteiligten Wissenschaftler es, eine Art Landkarte des Drogenkonsums für bestimmte Regionen Europas zu erstellen und damit einen Beitrag zur Überwachung und Wahrung der öffentlichen Gesundheit zu leisten. "Die Analyse des Abwassers geschieht hauptsächlich durch den Nachweis von Abbauprodukten der konsumierten Substanzen, die über Urin und Fäkalien in das Abwasser gelangen", erläutert Prof. Hans H. Maurer, dessen Abteilung für Experimentelle und Klinische Toxikologie der Medizinischen Fakultät und des Uniklinikums an dem EU-Projekt beteiligt ist. Das innovative Vorhaben könne darüber hinaus auch als Frühwarnsystem für den Ausbruch von Krankheiten eingesetzt werden. Dazu würden spezielle Biomarker im Abwasser gesucht und nachgewiesen.

Die Forschungen an der Saar-Uni leitet Maurers Mitarbeiter Dr. Markus R. Meyer. Mittels modernster Massenspektrometrie suchen er und sein Team nach Markern, die eindeutig auf den Konsum bestimmter Substanzen hinweisen. "Diese Marker können Stoffwechselprodukte der Drogen im Urin des Menschen sein oder die daraus durch Mikroorganismen umgewandelten Endprodukte", erklärt Meyer. Um geeignete Marker aufzuspüren, wollen die Homburger Toxikologen entsprechende Modelle entwickeln und Studien mit Mikroorganismen aus den Wasserproben der Projektpartner durchführen.

"SEWPROF" ist Bestandteil der Marie Curie-Maßnahme "Initial Training Networks - ITN" im Spezifischen Programm Menschen des 7. EU-Rahmenprogramms für Forschung und technologische Entwicklung. Neben der Universität des Saarlandes sind Universitäten aus England, Belgien, Holland, Spanien, Norwegen und Dänemark an dem Projekt beteiligt sowie weitere Partner aus Norwegen, Italien, Schweiz, England, Spanien und Portugal.

—> zum Projekt

Quelle: Universitätsklinikum des Saarlandes/Abteilung für Experimentelle und Klinische Toxikologie




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